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Update zur Abmahnung wegen wir-sind-afd.de

Anfang April fand ich eine Abmahnung der Kölner Kanzlei Höcker in meinem Email­post­fach. Weil seit Anfang April ein bisschen Zeit vergangen ist, bin ich euch ein Update schuldig.

Die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land, manchmal abgekürzt mit AfD (was aber auch Ak­ten­ord­ner für Dänemark bedeuten könnte. Oder All­ge­mei­ner Fi­nanz­dienst.) hatte die Kanzlei Höcker beauftragt, mir eine Abmahnung mitsamt Un­ter­las­sungs­er­klä­rung zukommen zu lassen. Sie schrieben:

Grund unserer Ein­schal­tung ist, dass Sie die Domain wir-sind-afd.de re­gis­triert haben. Hierdurch wird das Na­mens­recht unserer Mandantin nach §12 BGB verletzt.

Gleich­zei­tig hatte die Kanzlei Höcker einen DISPUTE-Antrag bei der Denic gestellt. Das bedeutet, dass die Domain au­to­ma­tisch an die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land fällt, wenn ich sie lösche.

Die Un­ter­las­sungs­er­klä­rung hätte mich genau dazu ver­pflich­tet: Ich sollte die Domain löschen. Außerdem soll ich für die Ab­mahn­kos­ten der Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land aufkommen. Die Kölner Kanzlei kam auf einen Streitwert von 30.000€, davon leiteten sich die Ab­mahn­kos­ten von knapp 1400€ ab.

Screenshot der Abmahnkosten

Und weil das ganze so wahnsinnig dringend ist (vielleicht wegen der Bun­des­tags­wahl?), würde das keine Frist­ver­län­ge­rung dulden. Die Kanzlei Höcker schrieb:

Eine Frist­ver­län­ge­rung kommt aufgrund der Dring­lich­keit nicht in Betracht.

Nach ein paar Tagen Panik und einem Hilferuf auf Twitter hatte ich eine Kanzlei: Becker Büttner Held baten um eine Frist­ver­län­ge­rung. Und, oh Wunder, auf einmal war dann doch eine Frist­ver­län­ge­rung möglich.

Frist­ge­recht teilten meine Anwälte der Kölner Kanzlei dann mit, dass sie mir nur davon abraten könnten, die beigefügte Un­ter­las­sungs­er­klä­rung zu un­ter­zeich­nen. Weiterhin schrieben sie:

Eine Löschung oder Herausgabe der Domain durch unseren Mandanten wird nicht erfolgen.

Die Reaktion der Kanzlei Höcker kam relativ schnell. Sie wollten wissen, ob sie meine Anwälte als Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te in die Klage aufnehmen könnten. Das war am 25. April, seitdem ist es ruhig. Die Sache scheint aber noch nicht aus­ge­stan­den zu sein. Falls es Neu­ig­kei­ten gibt, mache ich mich bemerkbar.

Bevor es noch untergeht, möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mir irgendwie beistanden. Vielen Dank für Eure Retweets und So­li­da­ri­täts­be­kun­dun­gen und dass ihr mir den Rücken gestärkt habt. In so einer Situation zu merken, dass man sowas nicht alleine durch­ste­hen muss, tut un­glaub­lich gut. Und natürlich auch vielen Dank an meine Anwälte! Ihr seid super.

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