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Berlkönig

Am letzten Wochenende habe ich den Berlkönig aus­pro­biert. Das ist ein Ride-Sharing-Angebot der BVG, das sich seit einem Jahr in einer Testphase befindet und somit nur einen bestimmten Bereichs Berlin bedient. Zu meinem eigenen Glück/Pech wohne ich knapp außerhalb dieses Bereichs.

Das Prinzip ist dem von Uber nicht ganz unähnlich: Ich lade mir eine App herunter und gebe an, mit wievielen Fahrgästen ich von wo nach wo gefahren werden möchte. Dann bietet mir die App zwei mögliche Fahrten an, bei­spiels­wei­se in 5 und in 15 Minuten. An­schlie­ßend sehe ich, was mich der Spaß kostet und kann direkt buchen — gezahlt wird per PayPal.

Und dann muss ich einfach nur noch zur ver­ein­bar­ten Zeit am ver­ein­bar­ten Treffpunkt stehen, werde abgeholt und zu meinem Ziel gebracht. Auf dem Weg können noch weitere Fahrgäste zusteigen, aber ich komme in absehbarer Zeit an meinem Ziel an.

Bisher bin ich zwei Mal mit dem Berlkönig gefahren, die jeweils pro Fahrt für zwei Personen rund neun Euro gekostet haben. Die gleiche Strecke vom Prenzlberg in die Stadt hätte mit einem Taxi jeweils knapp 15 Euro gekostet. Apropos Taxis: Im Gegensatz zu Taxifahrerinnen auf Berliner Strassen fuhren die Fahrerinnen vong Berlkönig wesentlich ent­spann­ter und waren auch sonst viel freund­li­cher. Taxifahrerinnen rasen mehr. Als ich am Abend vorher mit einem Taxi gefahren bin, hat der Fahrer die ganze Zeit über Fahr­rad­fah­rerinnen hergezogen. Das war dann doch eher etwas unangenehm, zumal ich da gerade mit zwei Falträdern im Taxi saß.

Beide Male saßen wir bei den Fahrten mit dem Berlkönig in Vans von Mercedes, einmal sogar in einem Elek­tro­au­to. Für mich war das erste Fahrt in einem Elek­tro­au­to überhaupt und ich muss gestehen, dass ich doch positiv überrascht war. Wie leise die Dinger sind. Und wie wenig man das Ruckeln des Ver­bren­nungs­mo­tors spürt. Was ich ein bisschen schade fand ist, dass nie andere Menschen zustiegen.

Smart waren die Push-No­ti­fi­ca­ti­ons. Vor der Fahrt wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass mein Berlkönig bald am ver­ein­bar­ten Treffpunkt angekommen würde und auch am Ende der Fahrt kam ein ent­spre­chen­der Hinweis, damit ich auch ja nichts im Fahrzeug vergesse. Clever!

Zu­sam­men­fas­send kann ich sagen, dass ich es ent­spann­ter fand, als mit dem Taxi zu fahren — und da bin ich wohl nicht der Einzige. Etwas günstiger war es obendrein ebenfalls. Ich muss allerdings dazusagen, dass ich mit meiner einen Taxifahrt im Jahr wahr­schein­lich nicht unbedingt die Zielgruppe bin — das ist mir der Spaß auf Dauer doch einfach zu teuer. Für mich werden Fahrten mit dem Berlkönig wohl die Ausnahme bleiben, zumal es in Berlin einen tollen Nahverkehr gibt. Unter anderem von der BVG.

Ich finde es ganz unabhängig vom Service ein bisschen schade, dass die Berlkönige da unterwegs sind, wo es eh schon guten Nahverkehr gibt. Warum nicht ein bisschen weiter außerhalb?

Das Faltrad, das Tilt 500 und ich »