bullshit

17:54

17:54. Ich schaue auf die Uhr. Ob es schon Zeit für Abendessen ist? Früher gab es das ab sechs. Vor einer Stunde habe ich einen Knoppers-Riegel eingeatmet. Einen von den guten, also weder die mit Erdnuss oder Kokos. Es ist kurz vor sechs. Also noch zu früh.

Zur Zeit fühlen sich jeder Tag, jede Woche, ja, sogar jeder Monat gleich an. Mal scheint die Sonne länger, mal kürzer. Die Tage vergehen langsam, doch die Monate fliegen. Meine Tage, meine Wochen sind geprägt von kleinen Ritualen und Routinen. Ich spaziere viel und zocke noch mehr.

Zwischen den Jahren — auch ein in­ter­es­san­ter Begriff im Bezug auf Zeit — habe ich Red Dead Redemption durch­ge­spielt, den ersten Teil. Man verbringt in diesem Western-Spiel viel Zeit auf dem Weg von einem Ort zum nächsten. Meistens auf dem Rücken von Pferden.

Wenn ich spaziere, renne ich nicht durch die Stadt. Dafür gehe ich laufen. Manchmal. Ich gehe langsam, nehme mir Zeit, erfreue mich an Schau­fens­tern, an Stickern oder kratze sie runter. Bei RDR war das anders. Da konnte ich nicht schnell genug von einem Mord zum nächsten kommen, die Pferde kamen re­gel­mäs­sig aus der Puste. Auch bei anderen Vi­deo­spie­len renne ich die ganze Zeit oder fahre zu schnell. Nicht aus­zu­den­ken, dass ich mir Zeit für den Weg nehme. Geduld? Fehl­an­zei­ge.

Kurz nach sechs. Zeit für Abendessen.

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