bullshit

Mehr Mate!

Der Mensch hinter der Kasse vom Späti wird mitt­ler­wei­le schlag­ar­tig freundlich. Ich glaube, man erkennt mich trotz Maske schon, weil ich da fast täglich rein­schneie und mal eine Mate, mal eine Cola, mal eine Ap­fel­schor­le kaufe. Wenn ich mir das Zeug nämlich käs­ten­wei­se in die Wohnung stelle, trinke ich es halt auch käs­ten­wei­se. Und das finde ich nicht gut.

Beim nd gibt es eine Serie zu Menschen in Berufen, die die Wirt­schafts­kri­se in Folge der Pandemie besonders trifft. Ak­tu­ells­tes Beispiel: Spätis, denen geht es gerade nicht so gut. Und das liegt wohl noch nicht mal am nächt­li­chen Ver­kaufs­ver­bot von Alkohol, sondern schlicht und ergreifend daran, dass die Leute nicht mehr in Spätis kaufen.

Sei es, weil sie nicht mehr feiern gehen oder Getränke auf Vorrat kaufen. An dieser Stelle wäre es wahr­schein­lich angebracht, ein Plakat zu zitieren — „Wer hamstert, ist zu faul zum plündern. So­li­da­ri­tät statt Panik“ — aber ich vermute, dass ihr das alle wieder in den falschen Hals bekommt und deshalb lasse ich es lieber.

Statt­des­sen gehe ich spazieren und erfülle meine pa­trio­ti­sche Pflicht, wenigstens einen Späti am Leben zu erhalten.

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