Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de bullshit tag:bullenscheisse.de,2011-06-11:/atom/ https://bullenscheisse.de/favicon.ico https://bullenscheisse.de/feed-logo.png 2017-04-21T21:01:00Z acrylamid Einkaufszettl 0.5.4 tag:bullenscheisse.de,2017-04-21:/2017/einkaufszettl-0-5-4 2017-04-21T21:01:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Es gibt Neuigkeiten zum <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/">Einkaufszettl</a>. Also eigentlich gibt es nur eine neue Version im App Store. Ich zitiere mal aus den Release Notes:</p> <blockquote> <p>Diese Version wäre nicht notwendig gewesen, hätte der Entwickler ein bisschen mehr Sorgfalt an den Tag gelegt. Vielleicht wäre ihm der Bug, den diese Version behebt, dann aufgefallen:</p> <p>Wenn Du als Nutzer_in eigene Kategorien hinzugefügt hast, konnte es passieren, dass die Reihenfolge der Kategorien durcheinander kam.</p> <p>Vielen Dank an Manon, dass Du den Fehler gemeldet hast! Der Entwickler hat (hoffentlich) aus seinem Fehler gelernt und wird jetzt (noch) mehr Sorgfalt an den Tag legen.</p> </blockquote> <p>Das Update steht im App Store <a href="https://itunes.apple.com/de/app/einkaufszettl/id1016435355?l=de&amp;ls=1&amp;mt=8">zum Download bereit</a>. Hast Du Fragen oder Verbesserungsvorschläge? Dann freue ich mich darauf, von Dir zu hören! Hinterlasse hier doch einfach einen Kommentar oder schreibe mir eine <a href="https://bullenscheisse.de/2017/einkaufszettl-0-5-4/mailto:einkaufszettl@bullenscheisse.de">Email</a>.</p> Der Einkaufszettl - 2015 und 2016 tag:bullenscheisse.de,2017-03-18:/2017/der-einkaufszettl-2015-und-2016 2017-03-18T04:10:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>2016 war in vielerlei Hinsicht ein schlechtes Jahr: Donald Trump. Viele bekannte Menschen sind gestorben. Donald Trump. Kommen wir also schnell zum eigentlichen Thema: Dem <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/">Einkaufszettl</a>.</p> <p>Du wirst dich jetzt fragen: Der Einkaufszettl? Gibt's den noch? Diese total billige App von - wie hieß er gleich noch? Ja, gibt's noch. Man munkelt, dass es sogar den einen oder anderen Nutzer neben mir gibt. Wieviele ihn aber tatsächlich nutzen, weiß ich nicht.</p> <p>Das eigentliche Thema dieses Blogposts ist es, ein paar Zahlen und Statistiken festzuhalten, wie sich der Einkaufszettl 2016 geschlagen hat. Und weil er im Herbst 2015 erschienen ist, möchte ich auch auf 2015 eingehen.</p> <h4>Verkäufe</h4> <p>Einige Unternehmen und Menschen legen ihre Zahlen offen oder blicken auf das vergangene Jahr zurück. Ich schätze diese Transparenz und den Mut:</p> <ul> <li>Marco Arment veröffentlichte die Verkäufe von <a href="https://overcast.fm/">Overcast</a> <a href="https://marco.org/2015/01/15/overcast-sales-numbers">in 2014</a>. </li> <li>Auch bei Monument Valley kann man nachlesen, <a href="http://blog.monumentvalleygame.com/blog/2015/1/15/monument-valley-in-numbers">wie es sich verkaufte</a>.</li> <li>The Omni Group blickt jedes Jahr zurück und voraus (<a href="https://www.omnigroup.com/blog/looking-back-looking-ahead-2017-edition">2016</a>, <a href="https://www.omnigroup.com/blog/looking-back-looking-ahead-2016-edition">2015</a>, <a href="https://www.omnigroup.com/blog/a-review-of-the-omni-groups-2014-and-our-plans-for-2015">2014</a>, <a href="https://www.omnigroup.com/blog/looking-back-at-2013-and-ahead-to-2014">2013</a>)</li> <li>Panic hat auch noch einen Jahresrückblick von <a href="https://panic.com/blog/the-2015-panic-report/">2015</a> im Angebot. Und <a href="https://panic.com/blog/the-2014-panic-report/">2014</a>.</li> <li>Die sinnwerkstatt hat eine <a href="https://www.ecogood.org">Gemeinwohl-Bilanz</a> für <a href="https://sinnwerkstatt.com/gemeinwohl-2013/">2013</a> veröffentlicht, ebenso die <a href="https://www.sparda-m.de/pdf/sparda-m/gemeinwohlbericht_2013_2014.pdf">Sparda-Bank in München</a>.</li> </ul> <p>Bei solchen Hochkarätern darf die beste Einkaufszettl-App natürlich nicht fehlen! Eigentlich wollte ich das letztes Jahr schon machen, aber da habe ich mich dann im Endeffekt nicht getraut.</p> <p>Als ich den Einkaufszettl im September 2015 in den App Store brachte, war ich ein bisschen stolz auf mich. Mir war (und ist) klar, dass es wesentlich bessere Einkaufszettel-Apps gibt, eine Liste von Alternativen findet ihr <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/">hier in den FAQs</a>:</p> <blockquote> <p>Da wären zum Beispiel noch: <a href="http://www.milkforus.com/de/">Milk for Us</a>, <a href="https://itunes.apple.com/de/app/groceries-4/id707587897?l=en&amp;mt=8">Groceries 4</a>, <a href="https://getbring.com/#!/app">Bring!</a>, <a href="https://www.rememberthemilk.com/">remember the milk</a>, <a href="https://buymeapie.com/de">Buy me a pie!</a>, <a href="https://www.ourgroceries.com/overview">Our Groceries</a>, <a href="https://www.anylistapp.com/">anylist</a>, <a href="http://app.ponlist.de/">pon</a>...</p> </blockquote> <p>Eine Todo-Liste - nichts anderes ist der Einkaufszettl ja im Prinzip - ist heute das neue "Hello, World!": Jeder Anfänger programmiert sowas heutzutage. Außerdem wurde die <a href="https://itunes.apple.com/de/app/groceries-4/id707587897?l=en&amp;mt=8">Einkaufsliste</a>, die ich nutzte, nicht mehr weiterentwickelt. Grund genug also, einfach mal irgendwo anzufangen.</p> <h5>2015</h5> <p>Als ich Apple im April 2015 die $99 von meiner Prepaid-Kreditkarte abbuchen ließ, war ich ganz aufgeregt. Ich meldete ein Gewerbe an und kam mir richtig erwachsen vor. Gleichzeitig war ich so euphorisch und motiviert, ich setzte mir sogar ein Ziel: Die $99, die mich das Apple Developer Program gekostet hatte, sollte der Einkaufszettl wieder einspielen.</p> <p>Die Gewissheit, dass ich nicht darauf angewiesen war und bin, mit dem Einkaufszettl mein Lebensunterhalt zu verdienen, ließ es mich einfach probieren. Falls alle Stricke reißen würden, könnte ich das notfalls auch noch als Hobby verbuchen.</p> <p>Ich entwickelte also vor mich hin, entwarf das Icon, lernte viel, bastelte eine <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/">kleine, einfache Website</a> und schrieb nebenbei meine Bachelorarbeit über ein ganz anderes Thema. Ich wollte den Einkaufszettl gut machen.</p> <p>Am 19. September 2015 war es dann soweit: Der Einkaufszettl 0.2 erreichte den App Store. 0.2 deswegen, weil mir 1.0 nicht angemessen erschien und er mir für eine 0.1 zu gut erschien.</p> <p>In der ersten öffentlichen Version konnte man noch nicht so wirklich viel. Es war die besagte Todo-Liste mit vordefinierten Produkten und der Möglichkeit, diese per Wisch-Geste als gekauft zu markieren.</p> <p>Am 30. Oktober, kam mit der Version 0.3 das erste Update. Ein Badge am Icon, die Möglichkeit, einzelne Produkte umzubenennen, und eine Erfolgsmeldung, falls man alle Einkäufe erledigt hatte, hielten Einzug.</p> <p>Anfangs verkaufte ich den Einkaufszettl für 1,99€, pro Verkauf blieben nach Steuern und Apples 30% ungefähr 1,10€. Das war einer der Gründe, warum ich ihn nicht für 99 Cent anbot. Davon wären mir 55 Cent geblieben und das war mir zu wenig.</p> <p>Über ein Jahr verteilt bräuchte ich also 90 Verkäufe. 7,5 Verkäufe im Monat erschienen mir realistisch. Ich war zu optimistisch.</p> <p><img alt="Übersicht über die Verkäufe vom Einkaufszettl im Jahr 2015" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_125_Einkaufszettl_2015.png"/></p> <p>2015 kauften zwölf Menschen den Einkaufszettl, drei nutzten einen Gutscheincode, einer davon war ich. Insgesamt betrug der Umsatz <strong>$27,32</strong>, von denen als Gewinn <strong>$16,16</strong> übrig blieben</p> <p>Trotz allem war ich stolz wie Bolle, als Anfang 2016 - ironischerweise an meinem ersten Arbeitstag als angestellter Vollzeit-iOS-Entwickler - die erste Überweisung von Apple kam: 11,13€.</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-cards="hidden" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Die erste Auszahlung vom <a href="https://twitter.com/hashtag/einkaufszettl?src=hash">#einkaufszettl</a> ist da. Hab schon gekündigt. Rente, ich komme! <a href="https://t.co/rvguq82e3f">pic.twitter.com/rvguq82e3f</a></p>— Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/684044337668321280">4. Januar 2016</a></blockquote> <p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>Auch wenn etwas mehr als 11€ eher eine kleine Summe sind, es fühlte sich gut an: Du hast da was gemacht und du bist stolz darauf und dann bekommst Du Geld dafür. Das war ein schönes Gefühl.</p> <h5>2016</h5> <p>Nachdem ich mein Ziel, monatlich 7,5 Einkaufszettl zu verkaufen, 2015 nicht erreicht habe, wollte ich es 2016 erneut versuchen. Gleichzeitig nahm ich mir vor, mehr Zeit in das Projekt zu stecken. Notfalls würde ich es eben als Hobby verbuchen.</p> <p>Im Januar 2016 nahm ich meinen ersten richtigen Job nach dem Studium als angestellter iOS-Entwickler bei der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T-Systems_Multimedia_Solutions">MMS</a> in Berlin an. Am 5. Februar 2016 kam der Einkaufszettl 0.4.0 in den App Store. Mit diesem Update kamen endlich die Kategorien. Vorher waren die Produkte einfach alphabetisch angeordnet, was - zugegebenermaßen - keine sonderlich gute Idee war - im Supermarkt stehen Basilikum und Baguette ja auch nicht direkt nebeneinander. Stattdessen waren jetzt die Produkte jetzt nach Kategorien sortiert. Zwei Wochen später kam dann das Bugfix-Release 0.4.1, weil ich bei der 0.4.0 nicht sorgfältig genug war.</p> <p>Ende März kam dann die nächste Auszahlung: 9,35€.</p> <p>Im April wollte Apple dann wieder die $99 für ein Jahr Apple Developer Program haben und bekam sie.</p> <p>Am 10. November erschien die Version 0.5. Nun konnte man die Reihenfolge der Kategorien händisch anpassen oder auch gleich alle Produkte einer Kategorie komplett ausblenden. Außerdem konnte man die Produkte, die noch auf dem Einkaufszettl stehe, als SMS/per Tweet/per Mail/... teilen. Am 30. November schob ich dann abermals ein Bugfix-Release 0.5.1 hinterher.</p> <p>Im Dezember investierte ich ein bisschen Geld und beteiligte mich mit <a href="https://www.pixelaffe.de/affiges/happypixmas-tag-5-25-euro-appstore-guthaben/">25€ am Adventskalender</a> von <a href="https://twitter.com/pixelaffe">Torsten</a>, was jedoch keinen einzigen Download brachte. Vorher hatte ich den Einkaufszettl lediglich über Twitter und im Blog "beworben". Zwischenzeitlich hatte ich überlegt, tatsächlich ein bisschen Werbung zu schalten, aber das scheiterte an zwei Dingen: Zum einen war es mir zu teuer, zum anderen - und das ist der wesentlich gravierendere Grund - ist der Einkaufszettl nicht so gut, wie ich ihn gerne hätte.</p> <p>2016 experimentierte ich über das Jahr hinweg ein bisschen mit dem Preis im App Store. Mal kostete die App 1,99€, mal war sie kostenlos oder für 99 Cent zu haben. Aktuell kostet sie 99 Cent, aber wer weiß, wie lange noch? Kauft sie lieber heute als morgen!!1!</p> <p>Wirklich Erfolg hatte ich mit den Preisanpassungen nicht, auch 2016 schaffte ich es mit dem Einkaufszettl nicht, die anvisierten $99 zu erwirtschaften. Dafür luden wesentlich mehr Menschen die App: Im Oktober gab es einen Peak, ich weiß bis heute nicht, wer oder was dafür verantwortlich ist. Dafür gab es 2016 auch lange Durststrecken, in denen niemand die App herunterlud:</p> <p><img alt="Übersicht über die Verkäufe vom Einkaufszettl im Jahr 2016" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_126_Einkaufszettl_2016.png"/></p> <p>In seinem zweiten Jahr kam der Einkaufszettl auf 10 verkaufte und 50 kostenlose Einheiten, insgesamt betrug der Umsatz <strong>$14,14</strong>, von denen als Gewinn <strong>$8,28</strong> blieben.</p> <p>Rückblickend bin ich ein bisschen enttäuscht, da ich gerne mehr Zeit in die App gesteckt hätte, war stellenweise aber einfach zu müde und hatte nach 8 Stunden iOS-Entwicklung nicht unbedingt Lust auf noch mehr iOS-Entwicklung.</p> <h5>Gesamt</h5> <p>Insgesamt kommt der Einkaufszettl auf <strong>75 Downloads</strong>, davon sind 22 (29,3%) bezahlt und 53 (70,7%) kostenlos. Wieviele Menschen die App wirklich nutzen, weiß ich nicht, ich tracke nichts. Ich freue mich aber über jeden einzelnen :-)</p> <p><img alt="Übersicht über die Verkäufe vom Einkaufszettl im Jahr 2016" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_127_Einkaufszettl_free_vs_paid.png"/></p> <p>Für 2015 und 2016 komme ich dadurch auf einen Umsatz von <strong>$41,46</strong> bei einem App-Store-Gewinn von <strong>$24,44</strong>. Gleichzeitig hatte ich Ausgaben von <strong>$198</strong> und <strong>25€</strong> (~$26,88), die Arbeitszeit oder die Gewerbeanmeldung rechne ich nicht rein. </p> <p>Alles in allem hat mich der Einkaufszettl also knapp <strong>$200</strong> gekostet. Aber das ist okay. Dafür habe ich viel gelernt und Spaß dabei.</p> <h4>Code</h4> <p>Laut Github besteht der Einkaufszettl aus 251 einzelnen Dateien. Das Repository besteht zu 71,1% aus Objective-C-Code und zu 19,4% aus Swift. Außerdem sind dadurch, dass ich fastlane nutze, 2,6% Ruby und 6,8% HTML im Repository vorhanden. 2015 und 2016 haben sich <strong>391 Commits</strong> angesammelt, mit fastlane-Commits und nicht eingeflossenen Features sind es 408.</p> <p>Wenn ich mir den Code, den ich 2015 geschrieben habe, heute anschaue, muss ich oft schmunzeln: Was habe ich damals gemacht? Habe ich das wirklich gemacht? In einigen Jahren wird mir das mit dem heutigen Code wahrscheinlich genauso gehen. Denn wie <a href="https://www.youtube.com/watch?v=E2MIpi8pIvY">John Ramero sagte</a>:</p> <blockquote> <p>Write your code for this game only - not for a future game. <em>You're going to be writing new code later because you'll be smarter</em>.</p> </blockquote> <h4>Fazit</h4> <p>Ich habe zwei Jahre in Folge mein selbstgestecktes Ziel nicht erreicht. Das ist jetzt nicht weiter schlimm, da es keine gravierenden Auswirkungen hat, frustrierend ist es aber schon ein bisschen. Dass ich bisher $200 da reingesteckt habe, tut mir auch nicht weiter weh, manche Leute geben für ihre Hobbies wesentlich mehr Geld aus.</p> <p>Auch wenn die letzten beiden wirtschaftlich nicht unbedingt erfolgreiche Jahre waren, wird es den Einkaufszettl auch 2017 weiter geben. Dadurch, dass ich mittlerweile in Teilzeit arbeite, sollte es jetzt nicht mehr an der Zeit scheitern. Das nächste Release wird es wohl bis Ende des Monats geben, die ersten Bugs sind schon wieder gefixt, an anderen arbeite ich noch, damit der Einkaufszettl mal gut wird. Auch wenn es viele bessere Einkaufszettl-Apps gibt, gibt es nur einen Einkaufszettl.</p> <p>Auf jeden Fall liegen die $99 für ein weiteres Jahr Mitgliedschaft im Apple Developer Program im April schon bereit. </p> <p>Die <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/Einkaufszettl_2015_2016.numbers">Numbers-Datei</a> mit den Daten und Diagrammen aus diesem Blogpost, beziehungsweise eine <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/Einkaufszettl_2015_2016.pdf">PDF-Version</a> davon, könnt ihr herunterladen, wenn euch die genauen monatlichen Downloads interessieren.</p> JF-Umfrage: Was ist dein Lieblingsessen? tag:bullenscheisse.de,2017-03-07:/2017/jf-umfrage-was-ist-dein-lieblingsessen 2017-03-07T06:45:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Neulich erwähnte ich, dass ich unter anderem die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Freiheit">Junge Freiheit</a> in meinem Feedreader abonniert habe, um meine Filterblase aufzubrechen, wie ich schrieb. Mehr als einmal habe ich wegen der Artikel und ihrer unterschwelligen Aggressionen dort aufgeregt. Nun fiel mir dort vor ein paar Tagen eine Umfrage auf. Es wird gefragt:</p> <p>Der deutsche Staat hat 2016 Mehreinnahmen in Höhe von 24 Milliarden Euro erzielt. Haushaltsüberschuß: Für was sollte der Staat die Mehreinnahmen verwenden?</p> <p>Die Antwortmöglichkeiten scheinen besorgte Bürger_innen wohl in ihrer Weltanschauung und ihren Ängsten bestärken zu wollen: Mehr Geld für innere Sicherheit und Verteidigungsetat, denn in Deutschland herrscht das Chaos!!1! Gebt den hart arbeitenden Bürger_innen das zuviel gezahlte Geld zurück, denn nur ihnen ist es zu verdanken!!1! Weg mit dem Soli!!1! Oh, und mehr Geld für Bildung, das kommt immer gut.</p> <p><img alt="Umfrageergebnis der JF-Umfrage, was mit dem Haushaltsüberschuss passieren soll" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_124_JF_Umfrage_Ergebnisse.png"/></p> <p>Die Umfrage der JF zeigt sehr schön, wie man ein gewünschtes Umfrageergebnis erzielen kann: Man gibt einfach nur die Antwortmöglichkeiten vor, mit denen man selbst gut leben kann.</p> <p>Würde ich eine JF-Umfrage machen, würde ich Dich fragen:</p> <blockquote> <p>Was ist dein Lieblingsessen?</p> <ol> <li>Maultaschen.</li> </ol> </blockquote> <p>Schreib Deine Antwort bitte in die Kommentare.</p> Demokratie durch Los? tag:bullenscheisse.de,2017-02-13:/2017/demokratie-durch-los 2017-02-13T20:56:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Ich habe relativ viele RSS-Feeds abonniert, darunter sind Perlen wie <a href="http://unmus.de">unmus</a>, aber auch Alltägliches wie <a href="http://www.zeit.de/index">die Zeit</a> oder die Junge Freiheit, um meine Filterblase aufzubrechen. Im Alltag bleibt mir da leider gar nicht die Zeit, alle Artikel ausführlich zu lesen, geschweige denn meine Gedanken dazu zu notieren. Aber sie reicht, um sie zu markieren. Um sie später zu lesen. Um sie eventuell zu verbloggen.</p> <p>Ich gewöhne es mir gerade an, solche markierten Artikel im Urlaub zu lesen, am Wochenende, wenn ich Zeit habe, wenn ich Lust auf sie habe. Ein solcher Artikel, den ich mich markiert hatte, war "<a href="http://www.zeit.de/2017/04/rechtspopulismus-demokratie-wahlen-buergerversammlungen-politisches-system-griechenland/komplettansicht">Zur Wahl steht: Die Demokratie</a>" aus der Zeit.</p> <p>Dieser Artikel stellt ein sehr interessantes Konzept vor: Die Demokratie wie im antiken Griechenland. Im antiken Griechenland wurden die Menschen per Los und damit per Zufall in die Bürgerversammlung gewählt. Dort gab es keine "Wahl-Aristokratie", keine Demokratie von Berufspolitiker_innen, keine Demokratie der "wenige[n] der Klügsten und Guten", wie John Adams schrieb.</p> <blockquote> <p>Der Rechtsanwalt Thomas Jefferson, Sohn eines wohlhabenden Plantagenbesitzers, formulierte einige Jahre später [<a href="http://press-pubs.uchicago.edu/founders/documents/v1ch15s61.html">interessanterweise in einem Brief an John Adams</a>]: "Es gibt eine natürliche Aristokratie unter Menschen, die auf Tugend und Talent beruht. Ist nicht die beste Regierungsform diejenige, die am effektivsten die Auswahl dieser natürlichen Aristokraten für politische Ämter gewährleistet?</p> </blockquote> <p>Das liest sich so, als würden es John Adams und Thomas Jefferson 'einfachen' Menschen nicht zutrauen, politische Entscheidungen zu treffen. Es liest sich so, als müsste man den Großteil der Bevölkerung zu ihrem eigenen Schutz entmündigen. Dagegen müsste man doch irgendetwas unternehmen können!</p> <p>Und tatsächlich:</p> <blockquote> <p>Adams, Jefferson und Madison hatten genau das richtige Verfahren identifiziert, um eine Volksherrschaft einzuführen, in der ein sehr kleiner Teil des Volkes herrscht: Wahlen. Für wen würden sich die amerikanischen Bürger entscheiden, wenn nicht für die Sachkundigsten, Klügsten, Wohlhabendsten?</p> </blockquote> <p>Der Artikel erweckt den Eindruck, als wären Wahlen etwas Unfaires, nicht also das, als das sie für gemeinhin gesehen werden:</p> <blockquote> <p>Noch Mitte des 18. Jahrhunderts wiederholte Montesquieu fast wortgleich die Gedanken von Aristoteles: "Wahl durch Los entspricht der Natur der Demokratie, Wahl durch Abstimmung der Natur der Aristokratie."</p> </blockquote> <p>Dadurch, dass Wahlen eher der Natur der Aristokratie entsprechen, drängt sich der Eindruck auf, dass es auch in der heutigen Zeit noch solche Regierungen gibt, sonst würde die Zufallsdemokratie nicht als Mittel präsentiert, um etwas gegen Rechtspopulismus zu unternehmen: Gib den Menschen die Möglichkeit, sich zu beteiligen, zu gestalten. Vertraue ihnen, sie werden gute Entscheidungen treffen.</p> <p>Dass 'normale Menschen' durchaus gute, politische Empfehlungen treffen und somit Einfluss nehmen können, wird am <em><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Citizens'_Assembly_(Ireland)">Constitutional Convention</a></em> (seit 2016: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Citizens'_Assembly_(Ireland)">Citizens' Assembly</a>) aus Irland festgemacht, das dort seit 2012 beratend tätig ist. 66 zufällig ausgewählte irische Bürger_innen, ein Vorsitzender und 33 Politiker_innen werden vom Parlament beauftragt, Empfehlungen für wichtige Fragen zu geben. Sie treffen sich regelmässig, hören sich Vorträge an, beraten, diskutieren und sprechen am Schluss eine Empfehlung aus. Und es scheint zu funktionieren:</p> <blockquote> <p>Wenn man die Bürger zwei Tage lang dabei beobachtet, wie sie Vorträge hören, diskutieren, Fragen stellen, kann man nicht anders, als Vertrauen in diesen Prozess zu schöpfen.</p> <p>From the outset at this meeting, I was very pleased that members of the Convention appeared to be especially conscious of their responsibilities as they considered an issue on which there were sincere and deeply-held views on both sides of the debate. (<a href="https://www.constitution.ie/AttachmentDownload.ashx?mid=c90ab08b-ece2-e211-a5a0-005056a32ee4">Quelle</a>)</p> </blockquote> <p>Die Constitutional Convention <a href="https://www.constitution.ie/AttachmentDownload.ashx?mid=42285e46-fae2-e211-a5a0-005056a32ee4">empfahl beispielsweise</a>, die irische Verfassung zu ändern, um Ehen für alle Menschen in Irland zu ermöglichen. Das irische Volk nahm diese Empfehlung in einem durchgeführten Referendum mit 62% an.</p> <p>Grundsätzlich halte ich diese Konzept der Zufallsdemokratie für eine interessante Idee, die zu funktionieren scheint. Ich halte sie sogar für so gut, dass ich es schade fände, wenn man sie nicht einfach mal ausprobieren würde. Natürlich müsste man dafür sorgen, dass - überspitzt formuliert - nicht auf einmal 66 Nazis in diesem Gremium sitzen. Irland löst das Problem, indem eine zufällige Gruppe, die die irische Bevölkerung repräsentiert, bestimmt wurde. Ein Grund, warum das Konzept in Irland funktioniert, ist außerdem, dass Regierung und Parlament sich der Verantwortung stellen, die Vorschläge des Gremiums zu hören und entsprechend zu behandeln. Die Menschen fühlen sich so ernst genommen.</p> <p>Ich bin vermutlich einer der letzten, die bereit sind, auf Forderungen von Nazis einzugehen. Natürlich kann man die Idee, mit der Zufallsdemokratie etwas gegen Rechtspopulismus unternehmen zu wollen, als Reaktion auf das Geschrei meist rechter Menschen zurückführen, man könnte es sogar soweit treiben, dass man behauptet, mit dieser Idee Rechtspopulisten entgegen zu kommen, dass Rechtspopulisten und -extreme mit ihrem Geschrei die politische Diskussion bestimmen. </p> <p>Hier gelingt dem Artikel aber etwas sehr schönes: Auf der einen Seite wird ein bisschen auf Menschen, die etwas anderes als die bisherige Demokratie fordern, zugegangen. Auf der anderen Seite wird ihnen ein Vorschlag unterbreitet, dem sie eigentlich nur zustimmen können. Die AfD fordert Demokratie in Reinkultur? Fein, unterbreiten wir ihnen doch einfach mal den Vorschlag von Demokratie in Reinkultur.</p> <p>So ganz ist der Vorwurf, dass Menschen durch ihr Geschrei die Diskussion in eine gewisse Richtung lenken, also nicht von der Hand zu weisen.</p> Locomore tag:bullenscheisse.de,2017-01-19:/2017/locomore 2017-01-19T07:40:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p><img alt="Foto vom Zug" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_119_Locomore_01.JPG"/></p> <p>Vor ziemlich genau einem Monat fuhr ich zum letzten Mal letztes Jahr von Berlin über Heidelberg nach Mannheim. Ich fuhr die Strecke 2016 relativ häufig, meistens mit der Deutschen Bahn, manchmal fand ich eine Mitfahrgelegenheit, nur mit dem Fernbus fuhr ich nie.</p> <p>Dieses Mal wollte ich mit <a href="https://locomore.com/de/index.html">Locomore</a> fahren. Locomore ist ein neuer Fernzug, der seit dem 14.12. täglich zwischen Stuttgart und Berlin verkehrt, gerne mehr Menschen auf die Schiene und weg von Fernbus, Flugzeug, Auto und Co. bringen will.</p> <p>Eine Besonderheit war, dass es die Möglichkeit gab, sich <a href="https://www.startnext.com/locomore">vorab per Crowdfunding zu beteiligen</a>. Ach, dachte ich, lass uns das doch einfach mal ausprobieren. Im worst case verlierst du halt ein paar Euro. Das passierte aber nicht. Und so kam ich für kleines Geld an zwei Fahrscheine. Den einen nutzte ich für eine Fahrt im Businessbereich von Locomore.</p> <p><img alt="@zeitchlag-Selfie im Locomore" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_120_Locomore_02.JPG"/></p> <p>Locomore wirbt mit WLAN, fairem Catering, dass sie mit <a href="https://locomore.com/de/oekostrom/">Ökostrom fahren</a> und es trotz allem sehr bezahlbar ist, mit ihnen zu reisen. Der konkrete Preis für eine Reise wird jedoch von schwarzer Magie und der Nachfrage berechnet. Laut eigener Aussage kostet die Fahrt immer höchstens die Hälfte des Preises, der bei der Deutschen Bahn fällig werden würde:</p> <blockquote> <p>Der Höchstpreis liegt jeweils immer unterhalb der Hälfte des Normalpreises der Deutschen Bahn – so als hätte man eine BahnCard 50. (<a href="https://locomore.com/de/faq/#preise">Quelle: Locomore</a>)</p> </blockquote> <p>Kurz vor Weihnachten stand ich dann also in Berlin am Hauptbahnhof und wartete. Ich war nicht der einzige, der Bahnsteig war sehr voll. Der Zug war mit 15 Minuten Verspätung angeschrieben, außerdem gab es Verwirrung mit der Wagenreihung. Gefühlt wurde das Locomore-Team von seinem eigenen Erfolg überrascht und hat versucht, irgendwie neue Kapazitäten auszugraben.</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Meine erste Fahrt mit <a href="https://twitter.com/locomore">@locomore</a> beginnt mit 15 Min. Verspätung und der Wagen, in dem mein Sitzplatz ist, fehlt. Dafür gibt&#39;s Wagen 7 doppelt</p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/811933475863494656">22. Dezember 2016</a></blockquote> <p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Und in einem dieser Wagen 7 ist mein Sitzplatz :D <a href="https://t.co/r0CGu3DGr6">https://t.co/r0CGu3DGr6</a></p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/811934157190365184">22. Dezember 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Und jetzt gibt&#39;s doch einen Wagen 6. Und die Verwirrung stiftet eine Verwirrung! <a href="https://twitter.com/locomore">@locomore</a> <a href="https://t.co/eA4aeldB97">https://t.co/eA4aeldB97</a></p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/811934592953438208">22. Dezember 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Dafür fehlt jetzt Wagen 9 oO <a href="https://t.co/j0eGsUoBRv">https://t.co/j0eGsUoBRv</a></p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/811934690353512448">22. Dezember 2016</a></blockquote> <p>Das führte natürlich zu einigem unvorhergesehenen Chaos, aber im Endeffekt konnten alle mitfahren.</p> <p>Wenn man bei Locomore ein Ticket bucht, ist die Sitzplatzreservierung gleich inklusive, man zahlt nichts extra. Neben dem normalen <a href="https://locomore.com/de/basic/">Basic-Bereich gibt es Themenabteile, einen Bereich für Familien und Menschen mit Behinderung</a> und <a href="https://locomore.com/de/business/">Businessabteile</a>. Die Businessabteile sind ganz normale Abteile mit dem Unterschied, dass es sich nicht sechs, sondern drei Menschen teilen. Außerdem ist in dem Businesstarif ein Getränk und ein kleiner Snack inbegriffen. Und Getränke und Snacks gibt es <a href="https://locomore.com/de/catering/">viele, überwiegend bio und fair</a>.</p> <p><img alt="Foto vom Snack" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_121_Locomore_03.JPG"/></p> <p>Meine erste Fahrt im neuen Fernzug. Es war sehr voll, der ganze Zug war ausgebucht, was aufgrund der inbegriffenen Sitzplatzreservierung nicht wirklich ein Problem darstellen sollte. Dass ein Wagen fehlte, machte die Sitzplatzreservierungen aber irgendwie zunichte.</p> <p>Die Waggons finde ich sehr schick, die Sitze sind bequem, warm war es auch, ich fühlte mich wohl. Außerdem haben die Abteile mich an meine frühe Kindheit erinnert.</p> <p><img alt="Fotos vom Abteil" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_122_Locomore_04.JPG"/></p> <p>Das versprochene WLAN hingegen war nicht verfügbar. Den Grund erfuhren wir bei der Fahrkartenkontrolle: Die zusätzlich angemieteten Waggons, die über kein WLAN verfügten, unterbrachen die Versorgung und somit war es nicht möglich, alle Accesspoints im Zug zu verbinden.</p> <p>Die Fahrkartenkontrolle selbst war übrigens herrlich unkompliziert. Ich habe kurz vorher im Gang telefoniert und hatte mein ausgedrucktes Ticket entsprechend nicht griffbereit. Es reichte aber vollkommen aus, dass ich meinen Namen und meinen Sitzplatz wusste. Auch sonst war das Team sehr freundlich. Man hat gemerkt, dass sie noch dabei waren, sich einzuspielen, aber dafür waren die Menschen umso freundlicher und bemühter.</p> <p>Ein schönes Detail fand ich auch, dass man am Ende des Zuges auf die Schienen schauen konnte.</p> <p><img alt="Foto durch die Tür des letzten Waggons, man sieht die Schienen" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_123_Locomore_05.JPG"/></p> <p>Fehlendes WLAN ist die eine Sache. Spürbar ärgerlicher war hingegen, dass die Toiletten defekt waren. Gefühlt gab es im ganzen Zug zwei funktionierende Toiletten.</p> <p>Ich kann mir vorstellen, dass viele lediglich aufgrund der geringen Preis mit Locomore fahren. Der Eindruck verstärkt sich dadurch, dass auch Locomore gefühlt stark über den Preis argumentiert und beispielsweise <a href="https://locomore.com/de/aktuelles/2017-01-11/">Gutscheine für noch günstigere Zugfahrten während der Grünen Woche</a> in Berlin ausgibt. Insgesamt ist es aber einfach ein tolles Angebot. Es ist ein Zug, aber für den Preis einer Mitfahrgelegenheit. Bequeme Sitze, Bio-Catering, freundliches Zugpersonal. Das hat mich überzeugt.</p> <p>Nicht nur der Zug hat mich überzeugt. Auch wie transparent und ehrlich Locomore kommuniziert und pragmatisch auf Fehler reagiert, finde ich toll. Beispielsweise fielen am 17.1. die Züge zwischen Ostbahnhof und Lichtenberg aufgrund von Bauarbeiten aus. Damit die Menschen, die bei Locomore gebucht hatten, trotzdem zwischen diesen beiden Bahnhöfen fahren konnten, teilte man S-Bahn-Fahrtkarten aus.</p> <p>Als wenig später der Servicewagen ausfiel, was zur Folge hat, dass kein WLAN verfügbar war, das Catering eingeschränkt wurde und die Plätze für Menschen im Rollstuhl wegfielen - insgesamt also alles ziemlich doof -, zeigte sich Locomore sehr unzufrieden und selbstkritisch:</p> <blockquote> <p>Wir sind mit der aktuellen Betriebssituation nicht zufrieden und bedauern die sich ergebenden Einschränkungen. Locomore hat kurzfristig einen Planungsstab eingerichtet und prüft Maßnahmen zur Stabilisierung der Wagenverfügbarkeit. (<a href="https://locomore.com/de/aktuelles/2017-01-14/">Quelle: Locomore</a>)</p> </blockquote> <p>Geplant war eigentlich, dass der Zug täglich fährt. Morgens von Stuttgart nach Berlin, am Nachmittag von Berlin nach Stuttgart. Wegen der Kinderkrankheiten und weil sie ihrem eigenen Anspruch, der zugegebenermaßen sehr hoch liegt, nicht gerecht werden, hat Locomore <a href="https://locomore.com/de/aktuelles/2017-01-17/">reagiert und fährt jetzt bis Anfang April nur noch an 5 Tagen pro Woche</a>. Das ist sehr ärgerlich für alle, die an einem der wegfallenden Tage fahren wollten, sie werden entsprechend entschädigt. Trotzdem kann ich verstehen, dass viele ziemlich angepisst sind, was man auch in den Kommentaren auf der <a href="https://www.facebook.com/locomore/posts/1692319161058624">Facebookseite von Locomore lesen kann</a>. (ansonsten bei <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-01/locomore-berlin-stuttgart-zug-wartung?page=3#comments">ZEIT</a>, <a href="http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Aerger-um-Locomore-Kaputte-Toiletten-schlechtes-Wlan-und-grosse-Verspaetungen-_arid,248937.html">RNZ</a>, <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/pannenserie-neues-bahnunternehmen-locomore-faehrt-seltener-a-1130411.html">Spiegel Online</a>. Es gibt aber auch viele, die das Vorgehen von Locomore verteidigen und für Verständnis werben.)</p> <p>Der Grund dafür, dass Locomore nur noch über das Wochenende fährt, scheint darin zu liegen, dass Waggons noch nicht geliefert wurden, somit keine Reservewaggons bereitstanden, die Wartung in Stuttgart nicht funktioniert hat, Locomore den Start aber trotzdem riskiert hat. Das kann man mutig finden, es ist aber auf jeden Fall gepokert und das Blatt ging wohl nicht so richtig auf. Ich finde es toll, dass sie es auf jeden Fall probiert haben.</p> <p>Eine App wie bei der Deutschen Bahn gibt es noch nicht, dafür aber einen <a href="https://github.com/robbi5/locomore-gtfs">(inoffiziellen) maschinenlesbaren Fahrplan</a>. Vielleicht sollte ich das mal in eine kleine iOS-App gießen? <a href="https://booking.locomore.com/">Tickets gibt es im Internet</a> oder (zum Höchstpreis) im Zug.</p> <p>Ich finde es insgesamt beachtlich, was das Team von Locomore da auf die Beine gestellt hat. Ich finde es sehr bodenständig, ehrlich und sympathisch. Locomore versteckt sich nicht vor seinen Fehlern und Kinderkrankheiten, sondern geht sie an, auch wenn es schmerzhaft ist. Vielleicht verzeihe ich ihnen die Fehler auch deswegen?</p> <p>Ich hoffe und wünsche mir, dass der Zug zwischen Berlin und Stuttgart noch lange Zeit fährt und das Angebot wächst. Wenn ich wieder nach Heidelberg fahre, dann werde ich wieder mit Locomore fahren. Also spätestens im Juni zum <a href="http://literaturcamp-heidelberg.de">#litcamp17</a>. Wenn ich irgendwie noch an ein Ticket komme.</p> Ihr seid scheiße tag:bullenscheisse.de,2016-11-28:/2016/ihr-seid-scheisse 2016-11-28T19:44:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Vorhin erreichte mich eine Email. Verschlüsselt. Von Gerold. Gerold schrieb:</p> <blockquote> <p>Ich benutze ausnahmsweise Ihre übliche Gossensprache und sage: "Ihr seid SCHEIßE"!!</p> </blockquote> <p>Nicht mehr und nicht weniger.</p> <p>Lieber Gerold,</p> <p>ist es okay für Dich, wenn ich Dich duze? Ich möchte Dich nicht beleidigen, ganz im Gegenteil. Ich möchte mit Dir reden. Da Du Deine Emailadresse angegeben hast, erwartest Du wahrscheinlich eine Antwort, auch wenn Du mir wahrscheinlich nicht antworten wirst. Ich finde es wichtig, dass man miteinander redet. Dass man versucht, einander zu verstehen. Gedanken austauscht. Wenn Du mir antworten willst, weißt Du ja, wie Du mich am besten erreichst.</p> <p>Lieber Gerold, ich möchte Dich fragen, was das soll. Warum schreibst Du mir eine Email, in der Du mich beleidigst? Warum nimmst Du Dir die Zeit, mir ein "Ihr seid scheiße" zu schicken? Was habe ich Dir getan?</p> <p>Ich vermute, dass Du mir diese Email als Reaktion auf <a href="http://wir-sind-afd.de">wir-sind-afd.de</a> geschickt hast, habe ich Recht? Wenn ja: Warum? Was stört Dich an der Seite? Wenn nein: Was ist Dein Grund, mir eine solche Email zu schicken? Lieber Gerold, ich kenne Dich nicht, aber ich möchte versuchen, Dich zu verstehen. Lass uns reden.</p> <p>Ich freue mich auf Deine Antwort.</p> <p>Viele Grüße aus Berlin,</p> <p>Nathan</p> Angst tag:bullenscheisse.de,2016-11-04:/2016/angst 2016-11-04T15:42:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Gestern schrieb ich, was ich als <a href="https://bullenscheisse.de/2016/gehalt/">iOS-Entwickler verdiene</a>. Vor geraumer Zeit überlegte ich mir, dass ich gerne nicht mehr Vollzeit, sondern nur noch Teilzeit arbeiten würde. Das habe ich heute in die Wege geleitet, ich werde ab dem 1.1. nur noch vier Tage die Woche arbeiten. Gestern rechnete ich durch, was ich dann im Monat noch netto verdiene, meine erste Reaktion war ein 😱</p> <p>Ich war ein bisschen überrascht und bekam tatsächlich ein bisschen Angst. Aber diese Angst legte sich, nachdem ich mich näher mit ihr beschäftigte. Ich hätte jederzeit die Option, wieder auf eine Vollzeitstelle zu wechseln. Außerdem wäre der Tausch Zeit gegen Geld doch wahrlich kein schlechter. Die Angst ließ mich aber auch über Angst nachdenken. Angst ist in erster Linie ja nichts schlechtes. Sie ist nützlich. Sie ist da, weil unser Körper unser Bestes will (okay, er will uns zumindest nicht tot sehen).</p> <p>Als ich noch in der Ausbildung war, hatten wir einen Teppichboden im Büro, an dem man sich im Laufe des Tages statisch auflud. Fasst man dann an die Türklinke, bekam man eine gewischt. Das war nicht schön, weil man relativ oft an diese Türklinge fasst. Du willst auf die Toilette? Okay, aber erst bekommst Du eine gewischt. Du willst in die Mittagspause? Gerne, aber vorher bekommst Du eine gewischt. Feierabend und Du willst gehen? Geh ruhig, aber vorher bekommst Du noch eine gewischt.</p> <p>Man gewöhnt sich sehr schnell an so etwas und das wirklich Unangenehme ist, dass man nicht um diese Situation herumkommt. Du weißt, dass Du eine gewischt bekommst, wenn Du an diese verdammte Türklinke fasst und Du kannst dieser Situation nicht entkommen.</p> <p>Eine andere Art von Angst hatte ich, als ich <a href="https://bullenscheisse.de/2015/afd-oder-analsex-fuer-dummies/">Beatrix von Storch damals in Eppelheim Fragen stellte</a>. Ich zitterte am ganzen Körper. Aber ich wollte diese Angst nicht zulassen, ich wollte ihr widerstehen. Ich wollte diesen Menschen, die mich anschrien, zeigen, dass ich zwar Angst vor ihnen hatte, aber diese Angst nicht siegen lassen würde.</p> <p>In Folge dieser Gedanken dachte ich auch darüber nach, was mir aktuell sehr viel Angst macht. Eine große Angst ist beispielsweise, auf einmal kein Geld mehr zu verdienen, keine Erwerbsarbeit mehr zu haben. Wie solle ich meine Miete bezahlen? Wovon soll ich leben?</p> <p>Dass ich (wohl relativ schnell) einen neuen Arbeitsplatz finden würde, ist egal. Dass ich nicht verhungern muss, ist egal. Es macht mir Angst. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Angst viel von ihrem Schrecken genommen wird, wenn man sich näher mit ihr befasst. Es ist also eher eine Angst vor dem Unbekannten, vor dem nicht wissen, was kommen wird. Vielleicht sollte ich kündigen. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=FONN-0uoTHI">Oh boy.</a></p> Gehalt tag:bullenscheisse.de,2016-11-03:/2016/gehalt 2016-11-03T07:00:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p><a href="https://twitter.com/Cheatha">@Cheatha</a> machte mich auf einen wunderbaren Text aufmerksam:</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Wenn ich euch aktuell einen Text ans Herz legen darf, dann den! Die geschilderten Weisheiten lassen sich auch auf andere Branchen übertragen <a href="https://t.co/mKFsuQ8g9O">https://t.co/mKFsuQ8g9O</a></p>&mdash; Cheatha (@Cheatha) <a href="https://twitter.com/Cheatha/status/794083590732677120">3. November 2016</a></blockquote> <p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>Der erste Satz des Textes beschreibt sehr gut, um was es geht:</p> <blockquote> <p>I am a forty-two years old self-taught developer, and this is my story.</p> </blockquote> <p>Eine TL;DR wäre möglich, aber sinnlos. Unter anderem geht es in dem Blogpost auch um Gehalt:</p> <blockquote> <p>Speak out your salary, say it loud, blog about it, so that your peers know how much their work is worth. Companies want you to shut up about that, so that women are paid 70% of what men are paid. So speak up! Blog about it! Tweet it! [...] Any person doing my job with my experience should get the same money, regardless of race, sex, age or preferred football team. End of the story.</p> </blockquote> <p>Mir gefällt die Idee, dass wir anfangen, offen über Gehälter zu reden. In meinem Arbeitsvertrag steht zwar, dass ich nicht über mein Gehalt reden darf. Bevor ich den Vertrag vor ziemlich genau einem Jahr unterschrieben habe, habe ich bei der Personalabteilung angerufen und gefragt, warum eine <a href="https://openjur.de/u/342735.html">unwirksame Klausel</a> enthalten ist. Die Personalabteilung ist sich der Unwirksamkeit bewusst, aber wollte diese Klausel nicht streichen. </p> <p>Ich verdiene etwas mehr als ~36.100€ festes Gehalt, dazu kommen ~1.900€ variabler Anteil. (Edit: Beides brutto)</p> <p>Was verdienst Du?</p> Aus dem Maschinenraum tag:bullenscheisse.de,2016-11-01:/2016/aus-dem-maschinenraum 2016-11-01T08:04:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Letztens fasste ich den Entschluss, dass ich wieder mehr bloggen möchte. Ja, ich weiß, das habe ich vor ein paar Monaten <a href="https://bullenscheisse.de/2016/pixies-ein-plan-und-ein-aufkleber/">schon einmal behauptet</a> und seitdem ist relativ wenig passiert. Damals schrieb ich:</p> <blockquote> <p>Einfach trotzdem machen. Versuchen, dran zu bleiben. </p> </blockquote> <p>Neuer Versuch. Neulich bekam ich dann durch Zufall mit, dass <a href="https://github.com/posativ/acrylamid">acrylamid</a> - der Static Site Generator, den ich für diesen Blog nutze - seit Mitte August <a href="https://github.com/posativ/acrylamid/commit/c53c85088d9cd79335f69ad74fb647468c707afd">nicht mehr weiterentwickelt</a> wird. Das ist jetzt kurzfristig erstmal kein Weltuntergang, denn das HTML, das er bereits generiert hat, wird dadurch ja nicht schlecht.</p> <p>Über kurz oder lang möchte ich jedoch wieder mal das Setup ändern. Mich stört es beispielsweise, dass ich keine Weboberfläche zum bloggen habe. Ich kann mich also nicht mal fix einloggen, bloggen und wieder ausloggen, sondern muss per SSH entweder auf den Server, was sich in Firmennetzen eher als schwierig herausstellt, oder ich schreibe den Blogpost, packe ihn in git, pushe, pulle und gehe dann per SSH auf den Server, was sich in Firmennetzen als eher schwierig herausstellt, um zu acralymid-en.</p> <p>Andererseits finde ich, dass das aktuelle Setup (ich schreibe in Textdateien, werfe sie in git, pushe und pulle ein bisschen und lasse acrylamid dann eine ordentliche Seite draus machen) durchaus seinen Charme hat. Ausserdem ist der Blog dadurch, dass nur statische Dateien ausgeliefert werden, schnell. Trotzdem interessiert es mich, was es noch so gibt.</p> <p>Gestern Abend war ich beispielsweise einen Blick auf <a href="https://anchorcms.com">anchorcms</a>. Es ist einfach, es ist schnell, es hat keine Kommentare. Eine andere Alternative, mit der ich schon liebäugelte, bevor ich auf acrylamid setzte, ist <a href="https://getkirby.com">kirby</a>, wobei ich sagen muss, dass 79€ plus Mehrwertsteuer schon ein Haufen Geld sind und ich nicht weiß, ob ich bereit bin, dafür so viel Geld auszugeben.</p> <p>Egal, für was für ein Setup ich mich schlussendlich entscheide, ich werde nicht darum herum kommen, selbst ein bisschen Hand anlegen zu müssen. Ich will zum Beispiel Kommentare, ich will aber auch, dass mein Blog einfach und schnell ist. Ich will, dass ich von überall bloggen kann.</p> <p>Gleichzeitig denke ich darüber nach, was ich inhaltlich an diesem Blog ändern kann. Vielleicht sollte ich mehr kurze Blogposts schreiben? Den Blog als Notizbuch verwenden? Andere Artikel kommentieren? Vielleicht auf englisch, wie letztens? Gemischt? Vielleicht sollte ich das einfach mal ausprobieren. Meine Gedanken zu Dingen, die ich gelesen habe, zu sammeln, klingt gut. Einfach trotzdem machen. Fehlt nur noch, dass ich von überall aus bloggen kann. Sonst vergesse ich noch, was ich zu dem einen oder anderen Artikel sagen wollte.</p> #campOS tag:bullenscheisse.de,2016-10-21:/2016/campos 2016-10-21T11:12:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>More than one month ago I attended <a href="https://swiftconf.com">SwiftConf</a> in Cologne. It was my first developer conference ever and I really enjoyed it.</p> <p>Earlier this month the <a href="https://macoun.de">Macoun</a> took place in Frankfurt, another conference I wanted to attend. Unfortunately I just came back from the US - I spent two weeks on holiday there - and suffered from jetlag, so I missed it.</p> <p>A few days ago Marco Oerter wrote a <a href="https://twitter.com/m_oerter/status/784737390099300352">tweet</a>, asking for "interesting conferences in Germany" next to Macoun, <a href="http://www.uikonf.com">UIKonf</a> and SwiftConf. Turns out: There are no other "interesting conferences" in Germany for iOS/macOS/tvOS/watchOS-devs.</p> <p>As I'm a <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/BarCamp">barcamp</a> addict - I really like the atmosphere there, the people are awesome, and the food is (mostly) great. Did I mention the food? The people? The atmosphere? - I thought: Hm, why not combine iOS/macOS/watchOS/tvOS-development and barcamp?</p> <p>If you don't know, what this barcamp-thingy is (and are too lazy, to follow the link ;) ): A barcamp is a kind of a special conference. For those german-speaking folks: <a href="https://twitter.com/JanTheofel">Jan Theofel</a> explains <a href="https://www.youtube.com/watch?v=IQBCsBeWFew">the concept in a short video</a> much better than I ever could.</p> <p>A quick google search revealed, that I'm not the first one who had this idea. There was already a <a href="https://twitter.com/cocoacamp">Cocoacamp</a> in Atlanta, GA back in 2010. But Atlanta, GA is not Berlin, Berlin and 2010 is not 2016. Another mobile-developer-camp is the <a href="http://barcamp-graz.at/information/appdevcamp/">Appdevcamp</a> in Graz, Austria. This camp focuses on app development in general. But, again, this is not Berlin. In San Jose, there's also the <a href="http://www.iosdevcamp.org], which takes place every year since 2007. But again: This isn't Berlin ;">iOS Dev Camp</a></p> <p>So, to make it short: I'd like to organize a iOS/macOS/watchOS/tvOS-developer-barcamp in Berlin, which should take place probably in late 2017.</p> <p>As a founding member of the team, who organizes the <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me">Barcamp Rhein-Neckar 2015 and 2016</a>, I know, how much work organizing a barcamp can be and so I don't like to lift the organization of the macOS/iOS/watchOS/tvOS-developer-barcamp alone (Maybe we should call this thing just campOS?).</p> <p>So what's next? I want you to tell me, what you think about this idea. Would you attend? Would you like to help organizing it? Would you be a sponsor? If you say "Yay, #campOS for president!" - at least it isn't Trump! - "Interesting, tell me more." or "How can I help you?" then leave a comment, send me a <a href="https://twitter.com/zeitschlag">tweet</a> or an <a href="https://encrypt.to/0xFD84809B">email</a>. I would organize a table for a meetup, that we can start organizing this event. So now it's up to you!</p> 1 Dollar-Noten. tag:bullenscheisse.de,2016-09-14:/2016/1-dollar-noten 2016-09-14T06:16:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Von der zehnten Klasse bis zur Oberstufe arbeitete ich in den Ferien in einem lokalen Baustoffhandel. Es war anstrengend, aber mit 16 waren sechs Euro pro Stunde viel Geld.</p> <p>Ungefähr zur gleichen Zeit veranstaltenen zwei gute Freunde und ich regelmässig Casinoabende. Wir gingen zum Aldi, kauften Chips, Kekse, Apfelsaft und Aldi-Fanta. Wir stellten gemeinsam die Bank, pokerten - unter anderem Tropical Stud und Texas Hold'em - spielten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Jack">Black Jack</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baccara_(Glücksspiel)">Baccara</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Dog_(Kartenspiel)">Red Dog</a>, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sic_Bo">Sic Bo</a>, hatten eine Bingo-Trommel, Jettons, ein kleines <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Roulette">Roulette</a> und bauten aus Bücherstapeln einen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Craps">Crapstisch</a>. Dazu lief unter anderem der Soundtrack der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ocean’s_Eleven">Ocean's-Filme</a>. Es waren grandiose Abende.</p> <p>Mit einem Teil des damals erarbeiteten Geldes aus dem Ferienjob ging ich zur lokalen Sparkasse und wechselte ein paar Euro in 1 Dollar-Noten. Ausserdem lud ich mir aus der Wikipedia ein Bild von Dollarscheinen runter und druckte es aus. Ungefähr 400 Mal. In schwarz-weiß, das war billiger. Dazu kaufte ich mir Gummibänder.</p> <p>Um dem Casinoabend noch ein anrüchgies Detil hinzuzufügen, bastelte ich Geldbündel, indem ich auf die gedruckten Dollars ein paar echte Dollar-Noten legte. Um das ganze drum herum spannte ich ein Gummiband. Und so sah es so aus, als hätten wir auf dem Casinoabend echte Geldbündel. Die echten Dollarnoten konnte ich nie ausgeben. Bis heute.</p> Sczcecin tag:bullenscheisse.de,2016-08-11:/2016/sczcecin 2016-08-11T06:47:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Am Samstag trampten wir von Berlin nach Stettin. Ich hatte ein paar Tage vorher erzählt, dass ich noch nie getrampt bin. Und als Art Geburtstagsüberraschung trampten wir dann nach Stettin. Wir informierten uns, wo man in <a href="http://hitchwiki.org/de/Berlin#Richtung_Nordosten_Szczecin.2C_Gdansk_.28Danzig.29">Berlin am besten weg kommt</a>, holten uns ein bisschen Proviant, malten Schilder - das Internet sagte uns, dass es sinnvoll ist, eins auf deutsch und eins auf polnisch dabei zu haben, also malten wir eins auf deutsch und eins auf polnisch - und gingen los.</p> <p>Mir war ein bisschen mulmig zumute, weil ich mir das nicht vorstellen konnte und auch ein bisschen Angst hatte. Würden wir überhaupt weg kommen? Was für Menschen wären das, die uns mitnehmen? Spoiler: Ja und nette.</p> <p><img alt="Bild vom Schild" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Schild.JPG"/></p> <p>Uns gabelte dann relativ schnell ein Ehepaar auf, das laut eigener Aussage sonst keine Anhalter mitnimmt. Sie nahmen uns bis zur letzten großen Raststätte vor der Grenze mit, da standen wir dann ungefähr eine Stunde am Ende des Rastplatzes und waren irgendwann froh, wenn uns jemand entschuldigend absagte und nicht einfach ignorierte.</p> <p>Danach wechselten wir unsere Position und fanden wir dann relativ schnell die nächste Mitfahrgelegenheit: Junge Musiker_innen auf dem Weg nach Stettin.</p> <p>Insgesamt dauerte die Hinreise nach Stettin knapp drei Stunden. Als wir dann ankamen, schien noch die Sonne. Wir gingen über den <a href="https://www.google.de/maps/place/Jasne+Błonia/@53.4405835,14.5377204,17z/data=!4m5!3m4!1s0x47aa0946cc78522f:0x15d2dbb630efd081!8m2!3d53.4406346!4d14.5398125?hl=de">plac Jasne Błonia</a>, als wir dann wenig später auf der <a href="https://www.google.de/maps/place/aleja+Papieża+Jana+Pawła+II,+Szczecin,+Polen/@53.4370583,14.5406849,17z/data=!4m5!3m4!1s0x47aa09150730134d:0xffc33010e99286d0!8m2!3d53.4332873!4d14.5477445?hl=de">Aleja Papieża Jana Pawła II </a> waren, fing es an, heftig zu regngen.</p> <p><img alt="Bild von der Allee mit Regenschirm" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Allee.JPG"/></p> <p>Wir gingen an der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Philharmonie_Stettin">Filharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie</a> vorbei zur Touristeninformation im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stettiner_Schloss">Stettiner Schloss</a>, organisierten uns eine Karte und liefen dann ein bisschen die rot-gestrichelte Linie. In Stettin sind die Touristen-Routen durch die Stadt gestrichelt auf den Bogen gemalt, ähnlich dem Leitsystem auf dem <a href="https://bullenscheisse.de/2015/bcrn15/">#bcrn15</a>/<a href="https://bullenscheisse.de/2016/barcamp-rhein-neckar-2016-in-heidelberg/">#bcrn16</a>. Das haben die sich bestimmt abgeschaut. Es gibt eine gelbe, eine blaue und besagte rote Route, der wir gefolgt sind.</p> <p>Wir kamen unter anderem am ehemaligen Rathaus vorbei, das ganz in der Nähe des Heumarktes war, an dem wir dann zu Mittag gegessen haben. </p> <p><img alt="Bild von der Hausfront vom ehemaligen Rathaus" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Rathaus.JPG"/></p> <p><img alt="Bild von einer Häuserfront am Marktplatz" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Marktplatz.JPG"/></p> <p>Danach liefen wir zum Bahnhof, um uns um die Rückfahrt zu kümmern. Währenddessen kam die Sonne raus und es wurde noch richtig schön. Wir spazierten an der Oder und am neuen Rathaus vorbei und fuhren mit den letzten Złoty auf den Kirchturm der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobskathedrale_(Stettin)">Jakobikirche</a>.</p> <p><img alt="Bild von der Hausfront vom neuen Rathaus" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Neues_Rathaus.JPG"/> <img alt="Bild der Front der Jakobikirche" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Jakobikirche.JPG"/> <img alt="Panorama vom Turm der Kirche" src="https://bullenscheisse.de/img/Sczcecin_Panorama_Jakobikirche.JPG"/></p> <p>Es war ein schöner Tag. Ich war erleichtert, als wir da waren und fand es toll, wie wildfremde Leute Dich einfach in ihrem Auto mitnehmen, weil Du mit einem Schild am Straßenrand stehst und sie darauf vertrauen, dass Du sie nicht ermordest. Gleichzeitig vertraust Du den Leuten, bei denen Du einsteigst, dass sie Dich nicht ermorden.</p> <p>Gerade in Zeiten von Terror, Angst und Angstmache - <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/unions-innenminister-wollen-sicherheitsgesetze-offenbar-massiv-verschaerfen-a-1106923.html">nicht zuletzt durch Politiker_innen</a> - sollten wir öfters trampen.</p> Erdoğan-Witze tag:bullenscheisse.de,2016-07-21:/2016/erdogan-witze 2016-07-21T10:34:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Während meiner Ausbildung trafen wir uns regelmässig mittwochs oder donnerstags zu einer englischen Gesprächsrunde, in der wir uns - das macht man wohl so, habe ich hinterher erfahren- auf Englisch unterhielten. S., unser damaliger Gesprächsrundenleiter, kam aus England, damals gehörte das noch zur EU.</p> <p>Irgendwann diskutierten wir unter anderem über schlechten, bösen, keinen und schwarzen Humor. Er erzählte uns, dass sein Vater im KZ gestorben sei. Schweigen. Er sei besoffen vom Wachturm gefallen. Und dann diskutierten wir und diskutierten.</p> <p>Humor ist eine Möglichkeit, sich mit Dingen zu beschäftigen. Ihnen dafür auch etwas von ihrem Schrecken zu nehmen. Erdoğan kann alle Menschen in der Türkei einsperren, er kann Böhmermann wegen eines Gedichts anzeigen, er kann einen Putsch mit einem Putsch mit einem Putsch beantworten. Aber er kann sich nicht dagegen wehren, dass man sich über ihn lustig macht. Außer, er lässt einfach alle verhaften.</p> <p>Wir sollten ganz im Stile von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Radio_Jerewan">Radio Jerewan</a> eine neue Form von Witzen einführen: Die sogenannten Erdoğan-Witze. Sie sind wie folgt aufgebaut:</p> <blockquote>Erdoğan tut etwas. Er lässt einfach alle verhaften.</blockquote> <p>Beispiele?</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">“Erdogan verliert nicht bei ‘Mensch ärgere dich nicht’. Er lässt einfach alle verhaften.“</p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/756069978747576320">21. Juli 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">“Erdogan hat <a href="https://twitter.com/hashtag/PokemonGO?src=hash">#PokemonGO</a> durchgespielt. Er lässt einfach alle verhaften.”</p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/756069274502987776">21. Juli 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">“Erdogan lacht nicht über sich selbst. Er lässt einfach alle verhaften.”</p>&mdash; Nathan (@zeitschlag) <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/756069067161739264">21. Juli 2016</a></blockquote> <p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>Der Gedanke kam mir vorhin auf Twitter, wo ich schon einige schlechte Witze - hoffentlich zählen die als Witze - gerissen habe. Es war mir nur irgendwie ein Bedürfnis, dieses Thema auch nochmal im Blog zu bringen. Zumindest bis Erdogan diesen Blog in einem türkischen Gefängnis verschwinden lässt.</p> Pixies, ein Plan und ein Aufkleber tag:bullenscheisse.de,2016-07-19:/2016/pixies-ein-plan-und-ein-aufkleber 2016-07-19T20:29:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>S. meldete mich gestern kurzfristig zum heutigen Umsonst-und-Drinnen-Konzert der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pixies">Pixies</a> im <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/SchwuZ">SchwuZ</a> an. arte zeichnete auf, das Konzert wird am 21. Oktober dort zu sehen sein.</p> <p><img alt="Bild der Bühne ohne Pixies" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_116.jpg"/> <img alt="Bild der Bühne mit Pixies" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_117.jpg"/></p> <p>Ich komme bei Konzerten immer ins Grübeln. Denke nach. Über das große Ganze. Die Welt. Mein Leben. Ich dachte über Terror nach. Oder darüber, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen möchte, etwas zu bauen, was ich selbst gerne benutze. Darüber, dass ich wieder mehr bloggen möchte. Es entstand spontan der Plan, dass ich mir täglich ungefähr eine halbe Stunde Zeit fürs Bloggen nehmen möchte. Ob und was dabei rum kommt, weiß ich nicht. Ich werde es einfach probieren. Einfach trotzdem machen. Versuchen, dran zu bleiben. Dieser Blogpost ist quasi die sofortige Umsetzung des Plans.</p> <p>Als wir daheim ankamen, fand ich einen Briefumschlag der <a href="https://uberspace.de">Ubernauten</a> im Briefkasten. Bei denen konnte man sich vor einiger Zeit melden, wenn man Sticker wollte. Ich wollte. Dann passierte lange nichts, weil ich nicht der Einzige war, der wollte. Sie wurden von der Vielzahl der Bestellungen ein bisschen überrollt, schrieben sie. Trotzdem nahmen sie sich die Zeit, einen kleinen, handschriftlichen Brief zu verfassen. Das finde ich super.</p> <p>Seit der <a href="https://entropia.de/GPN15">GPN15</a> beklebe ich den Deckel meines Laptops, angefangen hat's mit dem "Mit Vorratsdatenspeicherung wär' das nicht passiert!" im linken oberen Eck. Da ich den Brief der Ubernauten schlecht auf meinen Laptopdeckel kleben kann, gestellte sich jetzt stattdessen einer der mitgeschickten Aufkleber dazu.</p> <p><img alt="Bild der Rückseite meines Laptops. Es sind viele Sticker zu sehen." src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_118.jpg"/></p> Barcamp Rhein-Neckar 2016 in Heidelberg tag:bullenscheisse.de,2016-06-26:/2016/barcamp-rhein-neckar-2016-in-heidelberg 2016-06-26T12:27:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Letztes Jahr organisierten wir das <a href="https://bullenscheisse.de/2015/bcrn15/">#bcrn15</a>. Und es war toll. Dann organisierten wir das <a href="https://twitter.com/search?f=tweets&amp;vertical=default&amp;q=%23litcamp16&amp;src=typd">#litcamp16</a>. Und es war toll. Seit geraumer Zeit organisieren <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/kontakt/das-team/">wir</a> das <a href="https://twitter.com/search?f=tweets&amp;vertical=default&amp;q=%23bcrn16&amp;src=tyah">#bcrn16</a>. Und auch das wird toll.</p> <p><img alt="Bild der Heidelberger Altstadt mit dem Logo des Barcamp Rhein-Neckar" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_114.png"/></p> <p>Das Barcamp wird am 2. und 3. Juli in der <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/menschen-ideen-begegnen/anfahrt/">alten Feuerwache in Heidelberg</a> stattfinden. Im Gegensatz zum <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/menschen-ideen-begegnen/barcamp-rhein-neckar-2015/">#bcrn15</a> wird es zweitägig, durch den Qualitätssonntag also mindestens doppelt so gut.</p> <p>Wir haben uns um alles gekümmert, was das Barcamper_in-Herz begehrt: Es gibt wieder Catering, Kaffee, Getränke, Kinderbetreuung, <a href="https://www.freifunk-rhein-neckar.de">WLAN</a>, Wassereis und, wenn wir morgen sehen, dass wir das Geld dafür haben, Kuchen. Wir haben sogar gutes Wetter beantragt! Nur um eins können wir uns nicht kümmern: Barcamper_innen. Das müsst ihr schon selbst machen. Denkt dran: Ohne Euch wird das #bcrn16 nicht so gut, wie es mit Euch werden könnte!</p> <p>Letztes Jahr waren die Tickets kostenlos, hier nochmal ein Danke an die <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/menschen-ideen-begegnen/sponsorenliste-2015/">Sponsoren und Partner vom letzten Jahr</a>. Und auch dieses Jahr gibt es wieder kostenfreie <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/blog/2016/05/01/tickets-fuer-das-barcamp-rhein-neckar-2016/">Tickets</a>. Deshalb hier schon mal ein Danke an die <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/menschen-ideen-begegnen/sponsorenliste/">diesjährigen Sponsoren</a>. Ohne Euch wäre das Barcamp nicht möglich!</p> <p><img alt="Alle Sponsoren des #bcrn16 im Überblick" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_115.png"/></p> <p>Wenn Ihr Lust auf ein Wochenende mit wunderbaren Menschen, guten Gesprächen, tollen Sessions, leckerem Essen, kurz: #bcrn16 habt, dann sichert Euch <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/blog/2016/05/01/tickets-fuer-das-barcamp-rhein-neckar-2016/">Tickets</a> und kommt nächstes Wochenende nach Heidelberg. Alles, was Ihr sonst noch wissen müsst, steht auf unserer <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me">Website</a></p> Selbstbedienungskassen tag:bullenscheisse.de,2016-06-04:/2016/selbstbedienungskassen 2016-06-04T13:29:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Wir mussten gestern Abend noch einkaufen, weil wir Tapas machen wollten, was wir dann auch gemacht haben. Dafür gingen wir zum Rewe um die Ecke. Vor den Kassen hatten sich lange Schlangen gebildet, weil wir offensichtlich nicht die Einzigen waren, die an einem Freitag Abend Tapas machen wollten und dafür noch einkaufen mussten.</p> <p>Seit ein paar Tagen gibt es in den Markt Selbstbedienungskassen. Der Supermarkt hatte wohl beschloßen, mal zu schauen, in wieweit sich der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitender_Kunde">arbeitende Kunde</a> noch weiter daran beteiligen möchte, den Profit zu optimieren. Also den vom Rewe.</p> <p>Ich kenne Selbstbedienungskassen aus England und finde sie irgendwo ganz charmant, weil ich meine Einkäufe in meinem Tempo kassieren und einpacken kann. Dass ich damit wohl jemandem im Prinzip den Arbeitsplatz klaue, dessen bin ich mir durchaus bewusst, ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen.</p> <p>Die Selbstbedienungskasse funktioniert wie folgt: Man stellt da als Kunde die Einkäufe auf die eine Seite und zieht sie über den Barcodescanner, um sie auf der anderen Seite der Selbstbedienungskasse zu parken, um sie anschliessend alle einzupacken.</p> <p>Dabei gibt es auf der linken und der rechten Seite eingebaute Waagen, mit deren Hilfe der Kunde wohl von der Idee abgebracht werden soll, Produkte, die in seinem Einkaufskorb liegen, nicht über den Barcodescanner zu ziehen und somit zu klauen. Um die Situation mal auf das Kassenband zu übertragen: </p> <p>Du hast deinen Einkaufskorb und legst alle Inhalte auf das Kassenband. Dann beschließt du, dass du die Avocado lieber nicht bezahlen möchtest und nimmst sie wieder runter. Macht man das so, wenn man Avodacos klaut? Oder ist das Standardvorgehen nicht eher, dass man die Avocado einsteckt, bevor man sie auf das Kassenband legt?</p> <p>Mich stören mehrere Sachen an den Selbstbedienungskassen:</p> <ol> <li>Mir wird unterstellt, dass ich vorhabe, einige meiner Einkäufe nicht über den Barcodescanner zu ziehen. Lieber Rewe, überwachst du auch deine Mitarbeiter_innen an der Kasse so wie mich? Wenn ich mich schon daran beteiligen soll, dass du geringere Personalkosten hast, dann vertrau mir da gefälligst auch, anstatt mich mich unter Generalverdacht zu stellen. Ich erschrecke selbst ein bisschen davon, lieber Rewe, dass ich dir da gleich schlechte Absichten unterstelle. Erzähl doch mal, was willst du eigentlich mit den Waagen bezwecken?</li> <li>Dadurch, dass die Waage die ganze Zeit arbeitet, kann ich meine Einkäufe nicht direkt verstauen, da die Waage ausschlägt, wenn ich meinen Rucksack auf der Waage umherschiebe, was beim Einpacken durchaus vorkommt. Der Mensch, der daneben stand und die Aufsicht über die Selbstbedienungskassen führte, wies mich dann darauf hin. So muss ich sie erst alle auf die eine Seite stellen, über den Barcodescanner ziehen, auf die andere Waage liegen. Und erst, wenn ich fertig bin, kann ich meine Einkäufe einpacken. Lieber Rewe, das ist bescheuert. Vertrau mir doch einfach mal, dass ich dich schon nicht beklaue. Und wenn, dann würde ich das garantiert nicht an der Selbstbedienungskasse machen.</li> <li>Lieber Rewe, warum bezahlst du mich eigentlich nicht dafür, dass ich dir helfe, mich zu bedienen? Dass ich dir einen Teil deiner Arbeit abnehme? Mein Einkauf ist dadurch nicht billiger geworden, dass ich die Selbstbedienungskasse bemühe. Du bist momentan der Einzige, der davon profitiert, dass ich Selbstbedienungskassen bemühe. Ich fände es gut, wenn du die Ersparnis, die du durch mich hast, an deine Mitarbeiter_innen, die du meinetwegen wahrscheinlich entlassen - das klingt so böse, wie heißt das bei BWLer_innen euphemistisch? Ah, einsparen! - wirst, weiterreichst und sie nachhaltig unterstützt? Oder tust du das schon? Man munkelt, dass <a href="http://www.rewe-group.com/de/nachhaltigkeit">Nachhaltigkeit dir wichtig ist</a>.</li> </ol> Barcamp Berlin 2016 tag:bullenscheisse.de,2016-05-25:/2016/barcamp-berlin-2016 2016-05-25T10:00:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Vor einiger Zeit flog mir durch die Timeline, dass der Ticketverkauf des <a href="https://twitter.com/search?f=tweets&amp;vertical=default&amp;q=%23bcber&amp;src=typd">#bcber</a> gestartet war. Geil, dachte ich, ein Barcamp in deiner neuen Stadt! Nichts wie hin! Am vergangenen Wochenende fand es dann also in der <a href="http://www.ev-schule-zentrum.de/aktuell/">Evangelischen Schule Berlin-Zentrum</a> statt, das diesjährige <a href="http://barcamp.berlin">Barcamp Berlin</a>. <a href="http://www.theofel.com">Jan</a> hatte es so ziemlich im Alleingang organisiert. Gefühlt war es ein relativ kleines Camp, aber dadurch wurde es fast familiär, was ich sehr schön fand. Dass sich am Sonntag dann nur 50% der angemeldeten Teilnehmer_innen blicken ließen, überraschte mich dann aber doch etwas, zumal die Menschen etwas mehr als 20 Euro für das Ticket gezahlt hatten.</p> <p><img alt="One does not simply skip the Qualitätssonntag" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_112.jpg"/></p> <p>Ein paar Punkte haben mir am #bcber gut gefallen. Dazu gehörte unter anderem, wie Jan in der Eröffnungssession die Barcampregeln mit Karotten, Äpfeln und Birnen erklärte oder die Idee, farbige Punkte auf Sessionkarten zu kleben, um der_die Sessiongeber_in zu bitten, diese Session nochmal anzubieten. In der Abschlusssession gab Jan dann kleine Karten aus, auf die man schreiben sollte, womit man in den nächsten drei Tagen beginnt und mit wem man sich weiter vernetzen möchte. Auch das fand ich sehr schön. Vielleicht sollten wir das auch auf dem #bcrn16 machen?</p> <p>Das Catering war einfach gehalten - es gab zu jeder Tageszeit belegte Brötchen, Croissants, Bretzeln. Ein großes Catering hätte bei dem Wetter wohl ein Fresskoma ausgelöst, von daher hat das auch gut gepasst. Ein Sponsor, der reines Saftkonzentrat liefert, stellte die Getränke. Jede_r Teilnehmer_in bekam am Empfang eine Konferenzflasche und konnte sie an einer Station mit unterschiedlichen Saftkonzetraten und Wasser selbst mischen. Clever, aber bisweilen eine ziemliche Sauerei.</p> <p>An Barcamps gefällt mir die Offenheit und die Atmosphäre, der Blick über den Tellerrand und die Augenhöhe. Passend dazu ermutigte Jan alle am Anfang, Neues auszuprobieren, sie müssten sich nicht verstellen.</p> <h4>Besuchte Sessions</h4> <p>Eine Übersicht aller Sessions findest Du im <a href="https://app.konferenz.guide/?event=bcber2016&amp;seite=sessionList">Konferenz-Guide</a>.</p> <h5>Samstag</h5> <p>Phasen der Gruppendynamik, Deine Lebensaufgabe!, Fragen zur Jagd, Fotografie iPhone&amp;Spiegelreflex, "Willst Du mit mir vögeln?" Sex between genders, Utopien? Wunschwelt?</p> <p>Die letzte Session war eine Diskussionrunde, die ich angeboten habe. Es sollte darum gehen, wie wir uns die Welt in 20 Jahren wünschen. Das klappte aber nicht so ganz, wir diskutierten eher darüber, was sich verändern muss. Das war zwar auch interessant, aber war eigentlich nicht beabsichtigt. Bearcamps halt.. Weil ich aber ein paar Aufkleber auf meiner Sessionkarte gefunden habe, bot ich sie am Qualitätssonntag nochmal an. Sowohl am Samstag, als auch am Sonntag fand parallel das PowerPoint-Karaoke statt, zu dem ich auch gerne gegangen wäre. Barcamps halt.</p> <h5>Qualitätssonntag</h5> <p>Welche Werte sind uns wichtig?, Selbstorganisation - Austausch, Nochmal Utopien? Wunschwelt?</p> <h4>Sponsoren</h4> <p>Danke an die <a href="https://www.gls.de/privatkunden/">GLS-Bank</a>, <a href="https://www.ratiodrink.de">Ratiodrink</a>, <a href="https://www.dasburo.com/home.html">Das Büro am Draht</a>, <a href="https://www.brandwatch.com">Brandwatch</a>, <a href="http://digitalscouts.de/#!">Digital Scouts</a> und <a href="http://mbc-catering.de">MBC Catering</a></p> <p><img alt="Alle Sponsoren" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_113.JPG"/></p> <p>Insgesamt war es ein tolles Barcamp mit einem sehr schönen Qualitätssonntag. Vielen Dank an Jan für die Organsation, die Sponsoren für die Unterstützung und die Teilgeber_innen für die Sessions!</p> #rpTEN tag:bullenscheisse.de,2016-05-22:/2016/rpten 2016-05-22T14:43:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Bisher habe ich jedes Jahr versucht, an allen drei Tagen der re:publica zu bloggen. Bisher hat es nie so wirklich funktioniert, also wird dieses Jahr alles anders: Ich probiere es gar nicht erst. Dass dieser Blogpost darüber hinaus viel zu spät erscheint, dazu möchte ich mich nicht weiter äußern.</p> <p>Die letzten beide Male war ich auch vorher einigermaßen vorbereitet. Ich hatte mir vorher zumindest Gedanken gemacht, welche Sessions ich besuchen wollte. Dieses Mal habe ich mir zwar vorher auch Gedanken gemacht, aber eben nicht darüber, wen oder was ich sehen wollte.</p> <p>Und so stand ich unter anderem mit Nils und Suse vor den geschlossenen Türen von Stage 1, der verspätete Beginn kam mir ganz gelegen, hatte ich doch so Gelegenheit, mir die #rpTEN-App herunterzuladen und einen Blick auf den Sessionplan zu werfen. Im Endeffekt sah ich dann doch einige Sessions, jedoch nicht unbedingt alle, die ich gerne gesehen hätte. Das lag entweder daran, dass mehr als eine interessante Geschichten zeitgleich stattfand, ich in irgendwelche Gespräche verwickelt war, oder aber - und das war wesentlich häufiger der Fall - daran, dass die Räume schlicht und ergreifend überfüllt waren.</p> <p>Zumindest am ersten Tag war es mir auch so stellenweise einfach zu voll auf dem Gelände der Station, aber das besserte sich mit der Zeit ein bisschen. Aufgefallen waren mir auch die Taschenkontrollen am Hofeingang. Darauf angesprochen sagte mir ein Taschenkontrolleur, dass hier immer noch Hausrecht herrsche. Das herrschte da letztes Jahr auch schon, aber damals gab's keine Taschenkontrollen. Ich hätte mir da zumindest ein bisschen mehr Transparenz gewünscht.</p> <p>Alles in allem war es aber wie im letzten Jahr ein Fest. Es war schön, alte Freunde zu sehen und neue Leute kennen zu lernen. Ob ich allerdings zur #rpDUB kommen werde, das kann ich jetzt noch nicht sagen.</p> <h4>Besuchte Sessions</h4> <p>Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.</p> <p>"<a href="https://re-publica.de/16/session/welcome-everybody">Welcome everybody!</a>" (zählt das eigentlich als Session?), "<a href="https://re-publica.de/16/session/netzneutralitat-bis-recht-auf-vergessen-wo-steht-eu">Netzneutralität bis Recht auf Vergessen. Wo steht die EU?</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/1684-statt-1984-des-konigs-nsa">1684 statt 1984: Des Königs NSA</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/geld-verdienen-selbstbefriedigung-so-machts-deutsche-sexbloggerszene">Geld verdienen mit Selbstbefriedigung? So macht's die deutsche Sexbloggerszene</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/cargo-kulte">Cargo-Kulte</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/pubertare-gesellschaft-und-netz">Die pubertäre Gesellschaft und das Netz</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/netz-guter-ort-wenn-wir-es-gemeinsam-dazu-machen">Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/shift-utopie-del-reflexionen-einem-beschadigten-twitterleben">SHIFT + UTOPIE + DEL. Reflexionen aus einem beschädigten Twiterleben</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/ziemlich-schlechte-freunde-depression-und-social-media">Ziemlich schlechte Freunde? Depression und Social Media</a>", "<a href="https://re-publica.de/16/session/terror-ernst-nehmen-terroristen-auslachen">Terror Ernst nehmen, Terroristen auslachen</a>"</p> <p>Ansonsten möchte ich euch noch <strike>die Tweetsammlung</strike> den <a href="http://www.junaimnetz.de/meine-republica">Blogpost von Juna</a> ans Herz legen.</p> Friedlich tag:bullenscheisse.de,2016-04-12:/2016/friedlich 2016-04-12T06:41:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Am Sonntag war ich auf dem Tempelhofer Feld. Felix hatte es mir vor einer Woche gezeigt. Wow, dachte ich damals, da kann man bestimmt schöne Sonnenuntergänge beobachten. Als Fan von Sonnenuntergängen bin ich besonders schönen natürlich nicht abgeneigt.</p> <p><img alt="Ein Bild von einem Sonnenuntergang auf dem Tempelhofer Feld." src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_111.JPG"/></p> <p>Und so setzte ich mich auf mein Fahrrad und fuhr durch Berlin zu besagtem Flughafen. Dort drehte ich eine Runde und fand eine freie Bank. Im Hintergrund spielte jemand auf einer Gitarre. Es war so wunderbar friedlich in dem Moment.</p> Zu wir-sind-afd.de tag:bullenscheisse.de,2016-03-14:/2016/zu-wir-sind-afd-de 2016-03-13T22:30:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Die Landtagswahlen sind vorbei. In Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg sitzen demnächst Nazis in den Landtagen. Doch darum soll es heute hier nicht gehen. Ich möchte stattdessen nochmal auf <a href="http://wir-sind-afd.de">wir-sind-afd.de</a> eingehen. Auf das Feedback. Ein paar Kommentare.</p> <p><img alt="Zugriffszahlen über die Zeit" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_110.png"/></p> <p>Bisher (Stand: 13.03.2016, 23:19) haben mehr als 104.000 Menschen die Seite besucht, seitdem ich <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Piwik">Piwik</a> am 28. Februar installiert habe. Die meisten kamen über Facebook, knapp 6500 via Twitter und der Rest aus unterschiedlichen Foren, Kommentarspalten und über Suchmaschinen. </p> <p>Mich erreichten einige Zitate, Quellen und Links per Mail, dafür möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken! Auch Kommentare kamen auf diesem Weg. Hier zwei Beispiele:</p> <blockquote> <p>Hier noch ein Zitat mit Quelle:</p> <p>Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.</p> <p>Quelle: Deutsches Strafgesetzbuch (Anm. d. Red: Die genau Quelle ist <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__187.html">StGb §187 (Verleumdung)</a>)</p> </blockquote> <p>Dieses Zitat hat es leider nicht auf die Seite geschafft, da mir nicht bekannt ist, dass es jemals ein_e AfDler_in gesagt hat. Ein weiterer Kommentar war:</p> <blockquote> <p>Wo ist das Impressum auf der Luegenseite die Zitate verfaelscht und aus dem Zusammenhang reisst?</p> </blockquote> <p>Diesen Kommentar konnte ich aufgrund der fehlenden Quelle leider ebenfalls nicht aufnehmen. Auf das anfangs fehlende Impressum möchte ich später noch kurz zu eingehen. Eine andere Mail bekam ich am 28. Februar von den <a href="https://uberspace.de">Ubernauten</a>, auf deren Servern die Seite momentan liegt:</p> <blockquote> <p>Hallo</p> <p>heute gegen 14:20 gab es einen DDoS-Angriff von mehreren Hundert IPs gegen deine Seite. Wir mussten daher deine Seite kurz offline nehmen. [...]</p> <p>Angesichts deiner Seite dürfte die Motivation des Angreifers klar sein, sodass ich eigentlich keine weiteren Fragen an dich habe und dich hiermit nur über den Angriff informieren will.</p> <p>Dieser Angriff war relativ winzig.</p> </blockquote> <p>Auch bei Twitter gab es ein paar Reaktionen. Ich habe mich ein bisschen gefreut, dass unter anderem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Sixtus">Mario Sixtus</a> und das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_für_politische_Schönheit">Zentrum für politische Schönheit</a> die Seite <a href="https://twitter.com/sixtus/status/705734645921550337">getwittert</a> <a href="https://twitter.com/politicalbeauty/status/705478997153599489">haben</a>. Hier noch ein <a href="https://twitter.com/search?f=tweets&amp;vertical=default&amp;q=wir-sind-afd&amp;src=typd">paar weitere Tweets</a>:</p> <blockquote class="twitter-tweet" data-conversation="none" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/iJoey65">@iJoey65</a> Schlechte und unlustige Seite, hab schon kreativere Satire gesehen.</p>&mdash; GregorEasy (@nein6) <a href="https://twitter.com/nein6/status/709137669612302337">13. März 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr">Die einzige afd Seite die ihr kennen müsst<a href="https://t.co/1sxy0aiqoY">https://t.co/1sxy0aiqoY</a><br><br>Alle andern afd Seiten sind Fake</p>&mdash; Chris | linsensicht™ (@linsensicht) <a href="https://twitter.com/linsensicht/status/707157593756667904">8. März 2016</a></blockquote> <blockquote class="twitter-tweet" data-conversation="none" data-lang="de"><p lang="de" dir="ltr"><a href="https://twitter.com/Cathmessy">@Cathmessy</a> Mich juckt wir-sind-afd.de übrigens nicht - etwas anderes würde ich von primitiven <a href="https://twitter.com/hashtag/AfD?src=hash">#AfD</a>-Gegnern niemals erwarten.</p>&mdash; Marko (@Wahr_Sager) <a href="https://twitter.com/Wahr_Sager/status/706854478117523456">7. März 2016</a></blockquote> <p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p> <p>Am dritten März fand es ein Arschloch dann abends witzig, <a href="https://twitter.com/zeitschlag">meinen Twitteraccount</a> voll zu spamen. Ich bekam es mit, schützte das Konto und wich auf <a href="https://twitter.com/bullenscheisse">@bullenscheisse</a> aus, der jetzt zweihundert Bot-Follower mehr hat. Muss ich mal blocken. Irgendwann hatte der Mensch genug und twitterte sinngemäß, dass ich mich gut angestellt habe, es jetzt vorbei sei und ich mich doch ab sofort fair verhalten solle. Leider wurde der Tweet zwischenzeitlich wieder gelöscht.</p> <p>Liebes Arschloch: Solche Menschen wie Du sind der Grund, warum es so manchen <a href="https://codepoints.net/U+1F595">Unicode-Character</a> gibt. Dein Mut zur Wahrheit kann ja nicht allzu ausgeprägt sein, wenn du mich daran hindern möchtest, Zitate von AfDler_innen zu verbreiten. Wenn dir das, was manche AfDler_innen sagen, nicht passt, dann solltest du vielleicht einfach mal mit denen reden?</p> <p>Die meisten Menschen kamen wie erwähnt über Facebook auf die Seite. Hier teilten unter anderem <a href="https://www.facebook.com/bentode/photos/a.980998245254997.1073741840.969444166410405/1059093257445495/?type=3&amp;theater">bento</a>, die <a href="https://www.facebook.com/NeudeutscherStumpfsinn/posts/1076041085750206">Hooligans gegen Satzbau</a> und viele weitere Menschen wir-sind-afd.de. Wer hier wo alles kommentiert hat, darüber habe ich irgendwann zwischendrin den Überblick verloren.</p> <p>Den nervigen Teil des Feedbacks bekam ich per Post zugeschickt. Dadurch, dass meine Adresse im Netz stand, registrierte sich jemand in meinem Namen eine Emailadresse und interessierte sich/mich für diverse Informationsmaterialien von unterschiedlichsten Firmen. Angefangen bei Probeabos von Zeitungen über Informationen zu christlichen Schulen, meinen eigenen Gedichtband und Urlaub in Bayern bis zum obligatorischen Erotikkatalog und einem Katalog für Unterwäsche für Frauen* war so ziemlich dabei.</p> <p>Als ich die Domain letztes Jahr sicherte, war ich mir dessen nicht bewusst. Kurz bevor ich die Seite online stellte, dachte ich dann schon darüber nach und verzichtete auf das Impressum. Später drohten dann einige Leute in Kommentarspalten mit einem Anwalt und ich schob das Impressum nach.</p> <p>Bald erschloß sich mir dann, warum einige Leute so scharf auf ein Impressum - und meine Adresse - waren. Sie fliegt mittlerweile auf <a href="https://twitter.com/GreenDevil78/status/705872910360190977">Twitter</a>, in einer <a href="https://groups.google.com/d/msg/de.soc.politik.misc/um2-OxuK36I/pHFlzkv_AgAJ"><del>Mailingliste</del> Newsgroup</a>(Danke für den <a href="https://twitter.com/alvar_f/status/709829616039567360">Hinweis</a>) und was weiß ich noch sonst wo rum. Die Kommentare in der <del>Mailingliste</del> Newsgroup wollt ihr nicht lesen. Wirklich nicht. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt! Nur so viel: Nazis beherrschen das Derailing wohl auch untereinander ausgezeichnet.</p> <p>Warum interessiert es euch so sehr, wo ich wohne. Wollt ihr mir dadurch Angst machen? "Ey, pass auf, was du sagst! Sonst zeige ich dir, dass ich des Lesens mächtig und in der Lage bin, eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Whois">Whois</a>-Abfrage bei <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DENIC">denic</a> laufen zu lassen!" vielleicht? Oder doch eher "Pass auf, was du schreibst, sonst schicke ich dir Erotikkataloge!"? Sowas in der Richtung? Wenn ihr euren eigenen, speziellen Unicode-Character haben wollt, dann fragt doch einfach mal!</p> <p>Im Gegensatz zu ein paar Nazis waren die Redakteure der Mitteldeutschen Zeitung aber nicht willens genug, in Erfahrung zu bringen, von wem wir-sind-afd.de stammte. Lieber titelten sie reißerisch "<a href="http://www.mz-web.de/politik/wir-sind-afd-de-das-steckt-dahinter-23653828">wir-sind-afd.de - Das steckt dahinter</a>", um dann im Text von "Unbekannten" zu schreiben. Herzlichen Glückwunsch :-)</p> <p>Neben der MZ hat es wir-sind-afd.de auch noch in die <a href="http://taz.de/Watchblogs-zur-AfD/!5285861/">taz</a> und zu <a href="http://trackback.fritz.de/2016/03/12/trb-467-empowerment-we-love-code-fembloggerin-wir-sind-afd-nofop/">trackback</a>, einer Radiosendung mit dem Internet und so, geschafft. Auf die beiden Erwähnungen bin ich tatsächlich ein bisschen stolz, auch wenn ich bei trackback gefühlt ziemlichen Mist erzählt habe.</p> <p>Insgesamt hat mir die Geschichte viel Spaß gemacht. Dadurch dass ich sah, wie manche Leute reagiert haben, weiß ich, wie nötig die Seite war. Dass sich einige Leute dadurch entlarven, wie sie auf die Seite reagiert haben, habe ich nicht erwartet, aber wer beklagt sich schon über Hilfe und Bestätigung?</p> <p>Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal sehr bei Yannick, Micha und Florian für eure Hilfe mit der Seite bedanken. Neben den ganzen negativen Kommentaren erreichte mich außerdem eine Menge positives Feedback. Auch dafür: Vielen Dank!</p> <p>Wenn die Seite auch nur eine_n potentiellen AfD-Wähler_in davon abgebracht hat, die AfD zu wählen, dann war sie den ganzen Aufwand wert. </p> <p>Wie es mit der Seite weiter geht, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wahrscheinlich <a href="https://github.com/zeitschlag/wirsindafd">pflege</a> ich sie einfach weiter, die Domain gibt es ja glücklicherweise her. Im September sind ja AGH-Wahlen in Berlin. Wenn ich mir das <a href="https://correctiv.org/blog/2016/03/11/afd-hat-neues-knall-thema/">geleakte Grundsatzprogrammentwurf der AfD</a> anschaue, dann erahne ich, dass es wir-sind-afd.de wohl noch ein bisschen geben wird.</p> Wir sind AfD tag:bullenscheisse.de,2016-02-25:/2016/wir-sind-afd 2016-02-25T07:18:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Vor geraumer Zeit besuchten ein Freund und ich einen AfD-Stammtisch in Heidelberg. Da ich bei der AfD in Heidelberg wohl <a href="https://bullenscheisse.de/2015/afd-oder-analsex-fuer-dummies/">kein Unbekannter</a> bin, kam ich Mathias Niebel bekannt vor, er konnte mein Gesicht aber nicht zuweisen. Später stalkte er mich jedoch und <a href="https://twitter.com/zeitschlag/status/665080415682764800">schrieb mir eine Email</a>.</p> <p>Doch zurück zum Stammtisch. An dem Tag redeten die anwesenden AfDler_innen auch über die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg. Im Raum stand die Idee, ein Verzeichnis von AfDler_innnen aufzubauen. Einige Menschen beim Stammtisch bezeichneten die Plattform als "feuchten Traum der Antifa." Nichts desto trotz wollte man da mal etwas entwerfen. Der Hintergedanke war jedoch, die bisweilen doch etwas gefühlskalten Mitglieder_innen der AfD als nette, freundliche, empathische Menschen darzustellen und so die Sympathie der Wähler_innen zu gewinnen. Der Name der Plattform: Wir sind AfD.</p> <p><img alt="Logo von wir sind afd" src="https://bullenscheisse.de/img/wirsindafd.png"/></p> <p>Der Freund und ich spielten mit dem Gedanken, uns eine <a href="http://wir-sind-afd.de">entsprechende Domain</a> zu sichern. Was wir genau mit der Domain machen wollten, das war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Klar war nur: Dass die AfD die Sympathien der Wähler_innen gewinnen will, das geht gar nicht.</p> <p>Jetzt rückt die Landtagswahl in Baden-Württemberg immer näher, in Heidelberg wurde bereits das eine oder andere Wahlplakat dieser rechtspopulistischen, menschenverachtenden Partei gesichtet. Doch auch das eine oder andere Plakat ist das eine oder andere Plakat zuviel.</p> <p>Deshalb entstand folgender Plan:</p> <ol> <li>Unter der Domain soll eine Sammlung von Zitaten aus dem Parteiprogramm der AfD und von AfDler_innen und Argumenten gegen die AfD entstehen, ähnlich dem, was Kattascha <a href="http://kattascha.de/?p=2002">bereits</a> <a href="http://kattascha.de/?p=1923">getan</a> hat.</li> <li>Es gibt schicke Aufkleber <a href="http://wir-sind-afd.de">mit der Domain</a>. </li> <li>Wenn Du möchtest, schicke ich Dir ein paar der Aufkleber zu. Melde dich dafür mit deiner Adresse <a href="https://encrypt.to/0xFD84809B">per Mail bei mir</a>. Andernfalls darfst du dir auch gerne selbst Aufkleber drucken.</li> <li>Die Aufkleber dürfen auf keinen Fall ihren Weg auf die Plakate finden. Solltest du dabei erwischt werden, wie du die Aufkleber auf die Plakate (oder sonst wohin, wo es dir nicht erlaubt ist) klebst, dann wäre das Sachbeschädigung. Darauf stehen bis zu <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/303.html">zwei Jahre Haft oder Geldstrafe</a> Auch wenn ich kein Anwalt bin, kann ich dir nur davon abraten. Wirklich! Und sage nicht, dass ich dich angestiftet habe. Denn das habe ich nicht!</li> </ol> <p>Wenn Du Zitate hast, die auf der Seite nicht fehlen dürfen, dann <a href="https://encrypt.to/0xFD84809B">schicke sie mir doch bitte zu</a>. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn ich die Tage ein paar Briefe verschicken darf. Natürlich wäre ich erschüttert, wenn ein paar Aufkleber ihren Weg auf die Plakate finden sollten.</p> Einkaufszettl 0.4.0 tag:bullenscheisse.de,2016-02-05:/2016/einkaufszettl-0-4-0 2016-02-05T19:31:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Sie ist endlich da, die <a href="https://itunes.apple.com/de/app/einkaufszettl/id1016435355?l=de">0.4.0</a> vom <a href="https://bullenscheisse.de/einkaufszettl/">Einkaufszettl</a>. Optisch hat sich ein bisschen was verändert, es gibt jetzt Kategorien und ja, ein paar Bugs mussten auch dran glauben. Ich habe nicht alles in die Version bekommen, was ich eigentlich in der <a href="https://bullenscheisse.de/2015/das-soll-in-den-einkaufszettl-0-4/">0.4.0 drin haben wollte</a>, beispielsweise das Tutorial. Das schleife ich jetzt in der jetzigen Version schon eine ganze Weile mit.</p> <p>Der Hintergedanke, das so zu machen war, dich als Benutzer_in zu zwingen, die App direkt zu benutzen, learning by doing quasi. Und da schien es halt naheliegend, das so einzubauen. Was Besseres ist mir da noch nicht eingefallen, ich bin für Vorschläge <a href="https://twitter.com/zeitschlag">aber jederzeit offen</a>.</p> <p>Der Hauptgrund für 0.4.0 waren jedoch die Kategorien, die es - oh Wunder - im Gegensatz zu einem überarbeiteten Tutorial auch bis in die App geschafft haben. Mit den Kategorien kam aber auch die Neuerung, dass Gegenstände auf der Hauptliste nicht mehr in einer einfachen Tabelle stehen, sondern gruppiert mit ein bisschen grau dazwischen. Dazu gibt es wahrscheinlich noch einen weiteren Blogpost (den ich schon vor einigen Wochen geschrieben haben wollte.) Aus...</p> <p><img alt="vorher..." src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_107.png"/></p> <p>wurde dann...</p> <p><img alt="... nachher" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_108.png"/></p> <p>Die Kategorien an sich sind wieder alphabetisch sortiert. Das wird nicht so bleiben, für die 0.4.1 (oder 0.5.0? Das wird sich noch zeigen) habe ich mir vorgenommen, dass man die Reihenfolge händisch ändern können wird. Ich hoffe, dass ich damit schneller fertig bin als mit der 0.4.0. Ich wusste, dass es ein Fehler war, mit diesem Arbeiten anzufangen! Das frisst nur unnötig Zeit! Wir müssen dringend mal über dieses Konzept "Lohnarbeit" reden. Vielleicht sollte ich eine Session auf dem <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me">#bcrn16</a> dazu anbieten? (Disclaimer: Das ist ein weiteres Baby von mir, das mittlerweile eine ganze Reihe von <a href="https://barcamp.rhein-neckar.me/kontakt/das-team/">tollen Eltern hat</a>. Wir suchen übrigens noch <a href="https://sponsor.barcamp.rhein-neckar.me">Unterstützung bei der Erziehung</a>)</p> <p>Doch zurück zum Thema: Was mir bisher gefallen hatte, war die doch sehr schlichte Oberfläche. Die wollte ich im Grunde nicht anfassen, musste ich dann aber doch geringfügig. Ihr wisst schon, das grau und so. Aus diesem Grund findet sich die Umschaltung zwischen den Ansichten auch nicht in der App, sondern in der Settings-App:</p> <p><img alt="Die Ansicht kannst du in den Einstellungen umschalten" src="https://bullenscheisse.de/img/IMG_109.png"/></p> <p>Wenn ich die Sortierung der Kategorien einbaue, dann werde ich das aber wohl oder übel in der App machen müssen. In dem Fall würde die Umschaltung der Ansicht natürlich mit umziehen. Und dafür werde ich dann wohl die Oberfläche umbauen müssen. Wir werden sehen.</p> <p>Weiterhin sind einige neue Sachen dazu gekommen, alleine schon durch die Kategorien. Und ein paar Bugs wurden gefixt und Dinge verbessert. Der Mülleimer rechts oben ist jetzt beispielsweise ausgegraut, wenn keine Dinge durchgestrichen sind. Auch im Hintergrund hat sich ein bisschen was getan, so habe ich die Anzeige der Kategorien als Gruppentitel überarbeitet. Als ich gesehen hatte, wie ich das anfangs implementiert hatte, habe ich mir echt an den Kopf gefasst. Aber kein Problem, sieht jetzt einigermaßen sauber aus. Dafür ist er ja da, mein Einkaufszettl: Ich kann da Dinge lernen, ausprobieren, verbessern.</p> Geld oder Leben! tag:bullenscheisse.de,2016-01-21:/2016/geld-oder-leben 2016-01-21T10:33:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>Vor einigen Tagen gab es einen riesen Aufschrei, als Dänemark verkündete, Menschen auf der Flucht <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-01/daenemark-fluechtlinge-grenzkontrollen-wertgegenstaende">Bargeld und Schmuck abzunehmen</a>. Dann wurde bekannt, dass das in der Schweiz auch schon länger praktiziert wird. Alles über 1000 Franken wird diesen Menschen abgenommen, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/schweizfluechtlinge-101.html">damit sie sich an den Kosten beteiligen</a></p> <p>Jetzt stellte sich heraus: In <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bayern-und-baden-wuerttemberg-polizei-nimmt-fluechtlingen-bargeld-ab-a-1073089.html">Bayern und Bade-Württemberg ist es nicht anders</a>. Alles oberhalb einer bestimmten Grenze - in Baden-Württemberg liegt sie bei lächerlich geringen 350€ - wird eingezogen.</p> <p>Die Begründung von Aydan Özoguz (Integrationsbeauftragte der Bundesregierung) lautet:</p> <blockquote> <p>Wer bei uns einen Asylantrag stellt, muss vor der Hilfegewährung grundsätzlich sein Einkommen und Vermögen aufbrauchen.</p> </blockquote> <p>Werden Menschen auf der Flucht nicht an der Grenze registriert und dazu gezwungen, direkt einen Asylantrag zu stellen oder habe ich das Prozedere nicht richtig verstanden?</p> <p>Sollte das der Fall sein, dann wird ihnen doch gleich das Vermögen oberhalb einer bestimmten Summe abgenommen. Wie soll jemand dann erstmal sein Vermögen aufbrauchen, wie Özoguz es sagt, wenn wir es ihm an der Grenze abnehmen?</p> So bewährte Mittel wie Videoüberwachung tag:bullenscheisse.de,2016-01-19:/2016/so-bewaehrte-mittel-wie-videoueberwachung 2016-01-19T08:06:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <p>In Berlin reagiert die Polizei sehr verhältnismässig auf einen Kuchenverkauf und in Heidelberg fordert Würzner in Köln-Panik, Bismarckplatz und Bahnhofsvorplatz mit Videokameras zu überwachen. Warum?</p> <p>Die RNZ hat Würzner seine <a href="http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Interview-Warum-Wuerzner-in-Heidelberg-Videoueberwachung-will-_arid,162822.html">Forderung nach mehr Videoüberwachung</a> erklären lassen. Dabei kommen sie unter anderem auch auf die rechtlichen Grundlagen zu sprechen:</p> <blockquote> <p><strong>Aber es gibt doch sehr hohe rechtliche Hürden für Videoüberwachung ...</strong> Ja, aber ich halte Kameras durch die neue Bewertung der Sicherheitslage nach Köln für zulässig und angemessen.</p> </blockquote> <p>Die rechtliche Grundlage dafür, an einem öffentlichen Ort Videoüberwachung einzusetzen, ist, wie <a href="http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Wuerzner-will-V ideoueberwachung-fuer-Bismarckplatz-und-Heidelberger-Hauptbahnhof-_arid,162 821.html">die RNZ schreibt</a>, <a href="http://dejure.org/gesetze/PolG/21.html">§21 des Polizeigesetzes</a>. Darin heißt es:</p> <blockquote> <p>(3) Der Polizeivollzugsdienst oder die Ortspolizeibehörden können an öffentlich zugänglichen Orten Bild- und Tonaufzeichnungen von Personen anfertigen, wenn sich die Kriminalitätsbelastung dort von der des Gemeindegebiets deutlich abhebt und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass dort auch künftig mit der Begehung von Straftaten zu rechnen ist.</p> </blockquote> <p>Ob die Kriminalitätsrate am Bismarck- beziehungsweise Bahnhofsvorplatz signifikant höher als im Rest der Stadt sind, das weiß die Polizei noch nicht. (<a href="http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Wuerzner-will-Videoueberwachung-fuer-Bismarckplatz-und-Heidelberger-Hauptbahnhof-_arid,162821.html">Siehe hier</a>).</p> <p>Würzner selbst "argumentiert" - was Prothmann kann, kann ich auch - in seinem <a href="http://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-Interview-Warum-Wuerzner-in-Heidelberg-Videoueberwachung-will-_arid,162822.html">Interview mit der RNZ</a> übrigens mit "eine[r] großen Verunsicherung in der Bevölkerung", gibt aber selbst zu:</p> <blockquote> <p>es gibt bisher keine besonders auffällige Situation in Heidelberg.</p> </blockquote> <p>Er stellt also selbst fest, dass die Grundlage für die Anwendung von §21 Polizeigesetz nicht erfüllt ist. Aber wollen wir mal nicht so sein. Zwar hatte sich Kai Biermann schon vor zwei Jahren den <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/videoueberwachung-panopticon/komplettansicht">Argumenten pro Videoüberwachung</a> angenommen, aber der Zweck heiligt sicherlich immer noch die Mittel. Apropos Mittel:</p> <blockquote> <p>Und da hat sich die Videoüberwachung als gutes Mittel bewährt - sei es im Nahverkehr oder auf zentralen Plätzen, weil sie das Sicherheitsgefühl hebt und als Beweismittel dient.</p> </blockquote> <p>Ach, wirklich? Vielleicht kann Heidelberg da vom reichen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Videoueberwachung-in-Berliner-U-Bahn-brachte-keinen-Sicherheitsgewinn-183294.html">Erfahrungsschatz der Berliner Verkehrsbetriebe profitieren</a>:</p> <blockquote> <p>Danach führte die Videoüberwachung und -aufzeichnung auf den drei U-Bahn-Linien nicht zu einer sinkenden Kriminalitätsrate, sondern im Gegenteil sogar zu einem leichten Anstieg.</p> </blockquote> <p>Das mag sicherlich auch daran liegen, dass mehr Straftaten beobachtet wurden. Und auch in London ist es dank der Überwachungskameras <a href="http://www.csmonitor.com/World/Europe/2012/0222/Report-London-no-safer-for-all-its-CCTV-cameras">nur bedingt (Spoiler: nicht) sicherer geworden</a>. Außerdem muss eine Videoüberwachung nicht <a href="http://www.scilogs.de/datentyp/wenn-straftaten-nach-video-berwachung-ansteigen/">zwangsläufig zu einem besseren Sicherheitsgefühl führen</a>. </p> <p>Würzner hofft jedoch, dass die Aufklärung die Videoüberwachung rechtfertigt. Hier sei nochmal auf die Berliner Studie verwiesen, bei der zu insgesamt mehreren tausend Straftaten in nur 78 Fällen Bildmaterial vorhanden war, von denen nur ein Drittel (26 Fälle) ausreichend war, um Verdächtige zu identifizieren. Auch in London werden pro 1000 Kameras ein Verbrechen aufgeklärt wurde. Gut, dass sich die Videoüberwachung bewährt hat. Man muss nur genug Kameras aufstellen, dann steigt die Zahl der geklärten Verbrechen von ganz alleine.</p> <p>Wenn schon nicht die Aufklärungsquote erhöht wird, dann müssen doch Kameras zumindest nachts abschreckend wirken, oder? ODER?</p> <blockquote> <p>Geht es nach Würzner, würden die Kameras vor allem dann abschrecken, wenn die Beamten sowieso nicht da sind - nämlich nachts.</p> </blockquote> <p>Verbrecher lassen sich von Kameras, die nur bedingt zur Aufklärung beitragen, bestimmt abschrecken. Vor allen Dingen nachts.</p> <p>Der Heidelberger Oberbürgermeister fordert also, dass aufgrund eines nicht-existenten Problems ein nicht-anwendbares Gesetz genommen wird, um eine nicht-effektive Form der Abschreckung anzuwenden, um ein subjektives Sicherheitsbedürfnis zu erzeugen. Weil er da so ein Gefühl hat.</p> <p>Würzner würde gut nach Berlin passen, hier hat man es ebenfalls mit Verhältnismässigkeit. Vielleicht sollte man Würzner mal stecken, was ein geheimes Gefahrengebiet ist. Auch hier kennen die sich Berliner_innen ein bisschen besser aus.</p> <p>Einen letzten Punkt habe ich noch. Moritz Feier, Sprecher der RNV, begründet die Videoüberwachung in Bussen und Straßenbahnen wie folgt: </p> <blockquote> <p>Das hat einen abschreckenden Effekt und trägt zur Aufklärung der Straftaten bei.</p> </blockquote> <p>Hat die RNV hierfür Belege? Oder ist das auch eher so ein Gefühl? Wenn es lediglich darum geht, den Vandalismus in Bus und Bahn in den Griff zu kriegen, dann könnte man es doch auch <a href="http://www.derwesten.de/panorama/busfirma-faehrt-mit-wlan-gut-kein-vandalismus-mehr-id11405350.html">einfach mal mit WLAN probieren</a>.</p> Ein Drama in n Akten tag:bullenscheisse.de,2016-01-14:/2016/ein-drama-in-n-akten 2016-01-14T21:30:00Z Nathan https://bullenscheisse.de/ hallo@bullenscheisse.de <h4>n-(n-1). Akt:</h4> <p>Nathan zieht in das Zimmer. Ihm fällt auf, dass es keine Gardinen hat und die Nachbarn ihn beobachten können. "Müsste man mal ändern", sagt er sich. Er sucht ein großes, schwedisches Möbelhaus auf, um sich ein Bett und einen Schrank zu kaufen. Ihm fällt auf, dass er nicht ausgemessen hat, wie breit die Fenster sind. Er beschließt, den Gardinenkauf auf ein anderes Mal zu verschieben.</p> <h4>n-(n-2). Akt:</h4> <p>Ein paar Tage später. Nathan besucht das große, schwedische Möbelhaus. Ihm fällt auf, dass er die Gardinen vergessen hat. Er kauft ein bisschen Kleinscheiß ein und beschließt, den Gardinenkauf auf ein anderes Mal zu verschieben.</p> <h4>n-(n-3). Akt:</h4> <p>Ein paar mehr Tage später. Seit Akt n-(n-1) sind knapp zwei Wochen ins Land gezogen. Nathan informiert sich auf der Internetseite eines großen, schwedischen Möbelhauses über Gardinen. "Die Grauen da, die will ich haben. Sind bezahlbar und grau." Ihm fällt auf, dass er an jenem Tag nicht zu Ikea fahren kann, denn er hat vergessen, die Breite der Fenster auszumessen. "Morgen früh denke ich dran", sagt er sich. "Morgen früh bringe ich in Erfahrung, wieviel Gardine ich brauche!", sagt er sich.</p> <h4>n-(n-4). Akt:</h4> <p>Wenige Tage - nicht morgen - später morgens. Nathan nimmt den Zollstock in die Hand und misst. "Heute gehe ich früher von der Arbeit, dass ich noch ein großes, schwedisches Möbelhaus besuchen kann."</p> <h4>n-(n-5). Akt:</h4> <p>Am Abend des Tages aus Akt n-(n-4). Nathan sitzt länger als geplant im Büro. Eine Stunde bevor das große, schwedische Möbelhaus für immer schließt, schafft es es, sich zum großen, schwedischen Möbelhaus aufzumachen. Wenn alles nach Plan läuft, dann bleibt ihm genau eine halbe Stunde, seine Gardineneinkäufe zu erledigen. Er verläuft sich unterwegs. 20 Minuten. Die gewonnenene/verlorene Zeit nutzt er, um sich die Artikelnummern der Gardinen, der Gardinenstangen, der Gardinenstangenhalterungen und der Gardinenstangenenden zu notieren.</p> <h4>n-(n-6). Akt:</h4> <p>Im großen, schwedischen Möbelhaus. 20 Minuten vor Ladenschluß. Nathan nimmt eine gelbe Tasche und die Abkürzung, um direkt zur Markthalle zu gelangen. Er gelangt zur Gardinenabteilung. Die Gardinen hat er schnell gefunden, für die Gardinenstangen braucht er etwas länger. Die Gardinenstangenhalterungen sind bei den Gardinenstangen, nur die Gardinenstangenenden findet er nicht. Er sucht und sucht und fragt eine Mitarbeiterin des großen, schwedischen Möbelhauses. Jemand hatte etwas vor die schwarzen Gardinenstangenenden, die er haben wollte, gestellt. Auf zur Kasse. Unterwegs wirft er noch ein paar Geschirrhandtücher und einen Fußabtreter in die gelbe Tasche. Er geht zur Selbstbedienungskasse. Dafür schneidet sich an der Verpackung der Geschirrhandtücher. Aber er hat es geschafft.</p> <h4>n-(n-7). Akt:</h4> <p>Der nächste Tag. Da er noch Dübel und Schrauben benötigt, um die Gardinenstangenhalterungen an der Wand zu befestigen, sucht er einen Baumarkt auf, um Dübel und Schrauben zu kaufen, um die Gardinenstangenhalterungen an der Wand zu befestigen. Ihm fällt nicht auf, dass es sich bei den Schrauben um Torx-Schrauben handelt. "Da ich jetzt die Gardinenstangenhalterungen, die Dübel und die Schrauben habe, um die Gardinenstangenhalterungen an der Wand zu befestigen, will ich morgen die Gardinenstangenhalterungen mit den Dübeln und Schrauben an der Wand befestigen", sagt er sich.</p> <h4>n. Akt:</h4> <p>Nathan hat alles: Bohrer, Leiter, Schrauben, Dübel, Zollstock, Staubsauger, Gardinen, Gardinenstangen, Gardinenstangenhalterungen, Gardinenstangenendungen. Er misst aus, wo er bohren muss, um dort die Gardinenstangenhalterungen mit den Dübeln und Schrauben zu befestigen. Er fängt an, die ersten zwei Löcher zu bohren. Er steckt die Dübel rein. Und dann fällt ihm auf, dass er Torx-Schrauben gekauft hat. Der Baumarkt hat noch eine halbe Stunde auf. Er geht hin und kauft einen entsprechenden Schraubenzieher. Und dann fällt ihm auf, dass er beim Bohren unvorsichtig war. Die Dübel haben zuviel Spiel. Irgendwie schafft er es, dass die Gardinenstangenhalterung durch eine Schraube gehalten wird. Bei den nächsten zwei Löchern bohrt er erst mit einem kleineren Bohraufsatz vor, bevor er das Loch mit dem für die Dübel notwendigen Aufsatz verbreitert. Doch auch hier hat der eine Dübel zuviel Spiel. Wieder schafft er es, die Gardinenstangenhalterung mit einer Schraube zu fixieren. Seinem Eindruck nach wird das wohl reichen. Die dritte Halterung. Wieder markiert Nathan die entsprechenden Bohrlöcher und will vorbohren. Doch der Bohraufsatz bricht nach der Hälfte und lässt sich nicht aus dem Bohrloch entfernen. Er misst erneut und markiert alternative Bohrlöcher, die er mit dem nächstgrößeren, kleineren Bohraufsatz vorbohren will. Es klappt. Er schraubt die Gardinenstangenhalterung an die Wand. Die letzten beiden Bohrlöcher. Markieren, vorbohren, aussaugen, nachbohren, aussaugen, Dübel einsetzen, Gardinenstangenhalterung festschrauben. Es klappt alles so reibungslos, als hätte er es schon hunderte Male gemacht. Die Dübel haben nicht zuviel Spiel, die Gardinenstangenhalterung sitzt. Nathan hängt die Gardinen auf. Ab.</p>