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Tiefenentspannt

In der Grundschule gab es jedes Jahr den Waldlauf. Wer eine Stunde am Stück durch den Wald rennen konnte, bekam eine goldene (gelbe) Urkunde, für mehr als eine halbe, aber weniger als eine ganze Stunde gab es eine silberne Urkunde. Und ab 15 Minuten gab es eine bronzene Urkunde. In den drei Jahren, in denen ich die Schule besuchte, errannte ich zwei gelbe und eine silberne Urkunde.

Heute stand ich für eine Stunde auf dem Laufband. Das habe ich auch seit längerem nicht mehr gemacht, aber heute brauchte ich das irgendwie. Hinterher war ich im Arsch, aber tiefentspannt und morgen erwartet mich vermutlich ein Muskelkater. Das ist in Ordnung.

Wenn ich gewusst hätte, dass alles, was es für Tiefenentspannung braucht, eine Stunde auf dem Laufband ist, hätte ich das schon viel früher gemacht. Vor rund zwanzig Jahren wusste ich da wohl schon mal mehr als heute.

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Alles gesagt?

Ich produziere nicht nur selbst einen Podcast, ich höre sie natürlich auch gerne. Jemand sagte mal, dass Menschen in Podcasts laut denken und dabei kann man ihnen zuhören. Ist das nicht großartig?

In der letzten Zeit hat es sich — wahrscheinlich auch durch meine Spaziergänge — eingeschlichen, dass ich mir auch mehr Zeit für die großen Podcasts mit längeren Folgen nehme. Wie beim Lesen finde ich das irgendwie schön. Wahrscheinlich bin ich da einfach mal wieder ziemlich spät zu der Party und ihr alle macht das schon seit immer so beim Wäsche aufhängen.

Ich mag Podcasts mit einem klaren Konzept, „Alles gesagt?“ von ZEIT ONLINE (Feed, Wikipedia) beispielsweise. Wahrscheinlich haben die meisten Podcasts ein gutes, klares Konzept, nur ich keine Ahnung. Vielleicht sollte ich mal mehr Podcasts und mehr Nullnummern hören.

Die Idee hinter „Alles gesagt?“ ist relativ simpel: Bekannte Menschen essen und reden, bis der Gast das Gespräch beendet — hinzu kommen kleine Spiele. In Summe kommt da dann meistens ein Gespräch raus. Ich mag, dass es nur eine lose Kopplung zwischen den Folgen gibt, so kann ich jede Folge einzeln hören. Ganz wunderbar.

Und das meiste Essen klingt einfach grossartig. Mit Eva Schulz haben Christoph Amend und Jochen Wegener beispielsweise Kuchen und israelische Küche aus dem Yafo gegessen. Das klang sehr gut, da muss ich auch mal hin — auf jeden Fall habe ich jetzt Hunger.

Mondlicht

In der letzten Zeit habe ich die Angewohnheit entwickelt, spazieren zu gehen. Manchmal habe ich einen Podcast auf den Ohren, manchmal habe ich keinen Podcast auf den Ohren. Aber wenn ich am Ende des Tages nicht meine paar tausend Schritte und meine paar Minuten gegangen bin, dann fehlt mir mittlerweile etwas.

Am Wochenende zum Beispiel war ich irgendwo im Bergischen Land und auch dort konnte ich einfach nicht ohne. So drehte ich abends meine Runde — es war, von einzelnen Autoscheinwerfern abgesehen, herrlich dunkel. Meine Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit und ich sah meinen Schatten, der vom Mondlicht auf den Boden geworfen wurde und mich begleitete.

Das war das dritte Mal, dass ich ihn sah. Das erste Mal war vor rund zwei Jahren im Urlaub auf einer Insel im Mittelmeer, als ich abends am Strand spazieren ging. Da hatte mich das schon beeindruckt. Und beim zweiten Mal spazierte ich vor rund einem Jahr abends übers Tempelhofer Feld. Damit wäre das für dieses Jahr also auch erledigt.

Vier Tage im Sommer

Sanna Marin, die finnische Regierungschefin, hat vor einigen Tagen eine Viertagewoche mit nur sechs Stunden pro Tag vorgeschlagen. Können wir das mal bitte ausprobieren? Auf ZEIT ONLINE las ich einen entsprechenden Artikel, der durchaus anschaulich und dafür argumentierte.

In „It doesn’t have to be crazy at work“, dem Buch von Jason Fried und David Heinemeier Hansson, das ich aktuell lese, wird eine schöne Idee vorgestellt, die vielleicht als Zwischenschritt taugt: Bei Basecamp, der amerikanischen Softwarefirma im Besitz der beiden, ist es so, dass alle Angestellten ausnahmslos im Sommer eine Viertagewoche haben. Bei vollem Gehalt. Damit sie ihre Zeit im Sommer beispielsweise mit der Familie und/oder draussen verbringen können. Damit sie zufriedener sind und im Endeffekt auch wieder besser arbeiten.

Wenn wir die 24-Stunden-Woche schon nicht in absehbarer Zeit einführen wollen, können wir dann bitte vielleicht mal ernsthaft über die Viertagewoche im Sommer nachdenken? Oder habt ihr mitbekommen, wie die Wirtschaft mit der Einführung der Vierzig-Stunden-Woche zusammengebrochen ist?

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Seit einigen Monaten lese ich wieder mehr — eine sehr schöne Entwicklung. Wieder mehr zu lesen war schon seit längerem ein Vorhaben, zumal mein Bücherstapel meine Leseliste in der Zeit, in der ich wenig gelesen habe, nur noch schneller angewachsen ist. Eigentlich lese ich den ganzen Tag: Dokumentation, Code, Tweets, Toots, Blogposts — aber eben bisher kaum Bücher. Schlussendlich hat es mir den Wiedereinstieg erleichtert, jeden Tag zwei Seiten eines Buches zu lesen. Weil ich lese nicht nur zwei Seiten und lege das Buch dann weg.

Gebrauchte Ebooks

Auf dem #litcampBER vor rund einem Monat habe ich in einer interessanten Session gelernt, wie kaputt die Buchbranche ist — Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und dann nahm ich mir vor, mehr gebrauchte Bücher zu kaufen. Die sind ja meistens noch gut. Nur kann ich selten einen Buchladen wieder verlassen, ohne nicht Geld für Bücher ausgegeben zu haben. Und das häufte sich in der letzten Zeit.

Vor einigen Tagen fand ich dann meinen Ebook-Reader wieder, den ich seit geraumer Zeit vermisst hatte. Und heute las ich von einem Urteil, dass die kaputte Buchbranche Verlage hart daran arbeiten, die Branche noch kaputter zu machen: „Gebrauchte“ Ebooks dürfen nicht weiterverkauft werden. Die Mehreinnahmen werden sicherlich bei den Autor*innen landen.

Großartig! Endlich wieder eine Motivation, mehr gebrauchte und noch weniger neue Bücher zu kaufen — auch hier werde Ausnahmen die Regel bestätigen. Ausser bei weißen Typen jeglichen Alters und Großverlagen. Mein Geldbeutel freut sich und ich mich auf auch auf schöne, neue Buchhandlungen.

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Stolpersteine putzen beim Barcamp Rhein-Main 2019

Das Literaturcamp Berlin fand unter anderem am 9. November statt. Ich bot eine Walking-Session an, in der wir Stolpersteine putzen gingen. Weil es keinen Grund gibt, die Steine nicht auch an anderen Tagen von Schmutz zu befreien, bot ich die Session auf dem Barcamp Rhein-Main 2019 ein zweites Mal an. Am Ende zogen wir dann zu zweit los und reinigten einige Steine. Dass wir nur zwei waren, tat der ganze Sache aber keinen Abbruch: Wir unterhielten uns einfach gut. Danke dafür und dass du mit mir Stolpersteine geputzt hast.

Beim letzten Stein gesellte sich noch spontan jemand zu uns und packte kurzerhand mit an.

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Gäste beim Codestammtisch

Seit bald zwei Jahren und rund 40 Folgen podcaste ich mit einem guten Freund beim Codestammtisch. Bei den meisten meiner Jobs habe ich es nicht so lange ausgehalten. Und größtenteils nehmen Max und ich den Podcast alleine auf, von einigen Ausnahmen abgesehen.

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Weniger Angst, mehr Mut

Einer meine Vorsätze für 2019 lautete: Weniger Angst, mehr Mut. Ich kann nicht sagen, in wieweit ich mich an diesen Vorsatz gehalten habe. Was aber relativ schnell kam, war die Erkenntnis, dass ich ein ziemlich großer Schisser bin.

Nächstes Jahr wird es dann wohl besser: Weniger Angst, mehr Wut.

Auf der Rückfahrt vom Barcamp Rhein-Main

An diesem Wochenende findet in Wiesbaden das diesjährige Barcamp Rhein-Main statt. Der Samstag war auf jeden Fall toll, gutes Essen, tolle Leute, interessante Sessions — alles gut also. Auf der Rückfahrt gab es im Zug eine Fahrscheinkontrolle. Ein Mensch fand seinen Fahrschein nicht, durchwühlte dabei seinen Rucksack. Dabei versicherte er in gebrochenen Deutsch, dass er einen Fahrschein hätte und wenn er ihn jetzt nicht finden würde, notfalls auch gerne einen neuen kaufen würde. Der Zugbegleiter wurde immer nervöser und irgendwann laut.