bullshit

der verlängerte arm der profitmafia

früher, also so vor zwanzig jahren, gehörte die zeitung am frühstückstisch dazu. ich sehe mich, wie ich eine schüssel cornflakes löffelnd den kopf in die fränkischen landeszeitung steckte. das war einer der vorteile, wenn man früh aufstand: man konnte als erstes die zeitung lesen, weil man sie aus dem briefkasten zog. nur am 12. september 2001 war sie so begehrt, dass ich sie morgens nich lesen konnte.

irgendwann kam dann das internet und internetkonzerne machten den medienkonzernen das werbebusiness streitig — und damit die profite. so ist das halt im kapitalismus.

anfangs war da noch wenig im internet, erträglich, aber als werbung später mehr, aufdringlich und nervig wurde, installierte ich den ersten werbeblocker — und will seitdem nicht mehr ohne. paywalls kamen, archive.is und 12ft.io ebenso. und egal, was die privaten medien versuchten, die profite wollten einfach nicht von den internetkonzernen zurückwandern in die taschen der deutschen medienkonzerne. felle sind träge.

und diese felle werden auch jetzt nicht zurückschwimmen, nachdem die privaten die öffentlich-rechtlichen medien als ihren feind auserkoren haben. nachdem die ministerpräsidentekonferenz sich zum willigen, verlängerten arm der profitmafia gemacht hat, indem sie den örr und sein onlinenangebot sturmreif schießen (s. 32). sie nennen es dringend erforderlich und rundfunkreform und trotzdem ist es einfach nur der verzweifelte, erbärmliche versuch von privaten medien, ihre profite von gestern mit geschäftsmodellen von gestern noch eine zeit lang zu sichern.

als ob ard, zdf, arte und 3sat dafür verantwortlich wären, dass springer, rtl und co. ihre gewinne an google und facebook verloren haben. aber was ist schon journalismus als säule einer demokratischen gesellschaft, wenn profite auf dem spiel stehen? so ist das halt im kapitalismus. der verträgt sich mit demokratie bekanntlich nicht gut.