bullshit

Angst

Gestern schrieb ich, was ich als iOS-Entwickler verdiene. Vor geraumer Zeit überlegte ich mir, dass ich gerne nicht mehr Vollzeit, sondern nur noch Teilzeit arbeiten würde. Das habe ich heute in die Wege geleitet, ich werde ab dem 1.1. nur noch vier Tage die Woche arbeiten. Gestern rechnete ich durch, was ich dann im Monat noch netto verdiene, meine erste Reaktion war ein 😱

Ich war ein bisschen überrascht und bekam tatsächlich ein bisschen Angst. Aber diese Angst legte sich, nachdem ich mich näher mit ihr beschäftigte. Ich hätte jederzeit die Option, wieder auf eine Vollzeitstelle zu wechseln. Außerdem wäre der Tausch Zeit gegen Geld doch wahrlich kein schlechter. Die Angst ließ mich aber auch über Angst nachdenken. Angst ist in erster Linie ja nichts schlechtes. Sie ist nützlich. Sie ist da, weil unser Körper unser Bestes will (okay, er will uns zumindest nicht tot sehen).

Als ich noch in der Ausbildung war, hatten wir einen Teppichboden im Büro, an dem man sich im Laufe des Tages statisch auflud. Fasst man dann an die Türklinke, bekam man eine gewischt. Das war nicht schön, weil man relativ oft an diese Türklinge fasst. Du willst auf die Toilette? Okay, aber erst bekommst Du eine gewischt. Du willst in die Mittagspause? Gerne, aber vorher bekommst Du eine gewischt. Feierabend und Du willst gehen? Geh ruhig, aber vorher bekommst Du noch eine gewischt.

Man gewöhnt sich sehr schnell an so etwas und das wirklich Unangenehme ist, dass man nicht um diese Situation herumkommt. Du weißt, dass Du eine gewischt bekommst, wenn Du an diese verdammte Türklinke fasst und Du kannst dieser Situation nicht entkommen.

Eine andere Art von Angst hatte ich, als ich Beatrix von Storch damals in Eppelheim Fragen stellte. Ich zitterte am ganzen Körper. Aber ich wollte diese Angst nicht zulassen, ich wollte ihr widerstehen. Ich wollte diesen Menschen, die mich anschrien, zeigen, dass ich zwar Angst vor ihnen hatte, aber diese Angst nicht siegen lassen würde.

In Folge dieser Gedanken dachte ich auch darüber nach, was mir aktuell sehr viel Angst macht. Eine große Angst ist beispielsweise, auf einmal kein Geld mehr zu verdienen, keine Erwerbsarbeit mehr zu haben. Wie solle ich meine Miete bezahlen? Wovon soll ich leben?

Dass ich (wohl relativ schnell) einen neuen Arbeitsplatz finden würde, ist egal. Dass ich nicht verhungern muss, ist egal. Es macht mir Angst. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Angst viel von ihrem Schrecken genommen wird, wenn man sich näher mit ihr befasst. Es ist also eher eine Angst vor dem Unbekannten, vor dem nicht wissen, was kommen wird. Vielleicht sollte ich kündigen. Oh boy.

Gehalt

@Cheatha machte mich auf einen wunderbaren Text aufmerksam:

Wenn ich euch aktuell einen Text ans Herz legen darf, dann den! Die geschilderten Weisheiten lassen sich auch auf andere Branchen übertragen https://t.co/mKFsuQ8g9O

— Cheatha (@Cheatha), 3. November 2016

Der erste Satz des Textes beschreibt sehr gut, um was es geht:

I am a forty-two years old self-taught developer, and this is my story.

Eine TL;DR wäre möglich, aber sinnlos. Unter anderem geht es in dem Blogpost auch um Gehalt:

Speak out your salary, say it loud, blog about it, so that your peers know how much their work is worth. Companies want you to shut up about that, so that women are paid 70% of what men are paid. So speak up! Blog about it! Tweet it! [...] Any person doing my job with my experience should get the same money, regardless of race, sex, age or preferred football team. End of the story.

Mir gefällt die Idee, dass wir anfangen, offen über Gehälter zu reden. In meinem Arbeitsvertrag steht zwar, dass ich nicht über mein Gehalt reden darf. Bevor ich den Vertrag vor ziemlich genau einem Jahr unterschrieben habe, habe ich bei der Personalabteilung angerufen und gefragt, warum eine unwirksame Klausel enthalten ist. Die Personalabteilung ist sich der Unwirksamkeit bewusst, aber wollte diese Klausel nicht streichen.

Ich verdiene etwas mehr als ~36.100€ festes Gehalt, dazu kommen ~1.900€ variabler Anteil. (Edit: Beides brutto)

Was verdienst Du?

Aus dem Maschinenraum

Letztens fasste ich den Entschluss, dass ich wieder mehr bloggen möchte. Ja, ich weiß, das habe ich vor ein paar Monaten schon einmal behauptet und seitdem ist relativ wenig passiert. Damals schrieb ich:

Einfach trotzdem machen. Versuchen, dran zu bleiben.

Neuer Versuch. Neulich bekam ich dann durch Zufall mit, dass acrylamid - der Static Site Generator, den ich für diesen Blog nutze - seit Mitte August nicht mehr weiterentwickelt wird. Das ist jetzt kurzfristig erstmal kein Weltuntergang, denn das HTML, das er bereits generiert hat, wird dadurch ja nicht schlecht.

Über kurz oder lang möchte ich jedoch wieder mal das Setup ändern. Mich stört es beispielsweise, dass ich keine Weboberfläche zum bloggen habe. Ich kann mich also nicht mal fix einloggen, bloggen und wieder ausloggen, sondern muss per SSH entweder auf den Server, was sich in Firmennetzen eher als schwierig herausstellt, oder ich schreibe den Blogpost, packe ihn in git, pushe, pulle und gehe dann per SSH auf den Server, was sich in Firmennetzen als eher schwierig herausstellt, um zu acralymid-en.

Andererseits finde ich, dass das aktuelle Setup (ich schreibe in Textdateien, werfe sie in git, pushe und pulle ein bisschen und lasse acrylamid dann eine ordentliche Seite draus machen) durchaus seinen Charme hat. Ausserdem ist der Blog dadurch, dass nur statische Dateien ausgeliefert werden, schnell. Trotzdem interessiert es mich, was es noch so gibt.

Gestern Abend war ich beispielsweise einen Blick auf anchorcms. Es ist einfach, es ist schnell, es hat keine Kommentare. Eine andere Alternative, mit der ich schon liebäugelte, bevor ich auf acrylamid setzte, ist kirby, wobei ich sagen muss, dass 79€ plus Mehrwertsteuer schon ein Haufen Geld sind und ich nicht weiß, ob ich bereit bin, dafür so viel Geld auszugeben.

Egal, für was für ein Setup ich mich schlussendlich entscheide, ich werde nicht darum herum kommen, selbst ein bisschen Hand anlegen zu müssen. Ich will zum Beispiel Kommentare, ich will aber auch, dass mein Blog einfach und schnell ist. Ich will, dass ich von überall bloggen kann.

Gleichzeitig denke ich darüber nach, was ich inhaltlich an diesem Blog ändern kann. Vielleicht sollte ich mehr kurze Blogposts schreiben? Den Blog als Notizbuch verwenden? Andere Artikel kommentieren? Vielleicht auf englisch, wie letztens? Gemischt? Vielleicht sollte ich das einfach mal ausprobieren. Meine Gedanken zu Dingen, die ich gelesen habe, zu sammeln, klingt gut. Einfach trotzdem machen. Fehlt nur noch, dass ich von überall aus bloggen kann. Sonst vergesse ich noch, was ich zu dem einen oder anderen Artikel sagen wollte.

#campOS

More than one month ago I attended SwiftConf in Cologne. It was my first developer conference ever and I really enjoyed it.

Earlier this month the Macoun took place in Frankfurt, another conference I wanted to attend. Unfortunately I just came back from the US - I spent two weeks on holiday there - and suffered from jetlag, so I missed it.

A few days ago Marco Oerter wrote a tweet, asking for "interesting conferences in Germany" next to Macoun, UIKonf and SwiftConf. Turns out: There are no other "interesting conferences" in Germany for iOS/macOS/tvOS/watchOS-devs.

As I'm a barcamp addict - I really like the atmosphere there, the people are awesome, and the food is (mostly) great. Did I mention the food? The people? The atmosphere? - I thought: Hm, why not combine iOS/macOS/watchOS/tvOS-development and barcamp?

If you don't know, what this barcamp-thingy is (and are too lazy, to follow the link ;) ): A barcamp is a kind of a special conference. For those german-speaking folks: Jan Theofel explains the concept in a short video much better than I ever could.

A quick google search revealed, that I'm not the first one who had this idea. There was already a Cocoacamp in Atlanta, GA back in 2010. But Atlanta, GA is not Berlin, Berlin and 2010 is not 2016. Another mobile-developer-camp is the Appdevcamp in Graz, Austria. This camp focuses on app development in general. But, again, this is not Berlin. In San Jose, there's also the [iOS Dev Camp](http://www.iosdevcamp.org], which takes place every year since 2007. But again: This isn't Berlin ;)

So, to make it short: I'd like to organize a iOS/macOS/watchOS/tvOS-developer-barcamp in Berlin, which should take place probably in late 2017.

As a founding member of the team, who organizes the Barcamp Rhein-Neckar 2015 and 2016, I know, how much work organizing a barcamp can be and so I don't like to lift the organization of the macOS/iOS/watchOS/tvOS-developer-barcamp alone (Maybe we should call this thing just campOS?).

So what's next? I want you to tell me, what you think about this idea. Would you attend? Would you like to help organizing it? Would you be a sponsor? If you say "Yay, #campOS for president!" - at least it isn't Trump! - "Interesting, tell me more." or "How can I help you?" then leave a comment, send me a tweet or an email. I would organize a table for a meetup, that we can start organizing this event. So now it's up to you!

1 Dollar-Noten.

Von der zehnten Klasse bis zur Oberstufe arbeitete ich in den Ferien in einem lokalen Baustoffhandel. Es war anstrengend, aber mit 16 waren sechs Euro pro Stunde viel Geld.

Ungefähr zur gleichen Zeit veranstaltenen zwei gute Freunde und ich regelmässig Casinoabende. Wir gingen zum Aldi, kauften Chips, Kekse, Apfelsaft und Aldi-Fanta. Wir stellten gemeinsam die Bank, pokerten - unter anderem Tropical Stud und Texas Hold'em - spielten Black Jack, Baccara, Red Dog, Sic Bo, hatten eine Bingo-Trommel, Jettons, ein kleines Roulette und bauten aus Bücherstapeln einen Crapstisch. Dazu lief unter anderem der Soundtrack der Ocean's-Filme. Es waren grandiose Abende.

Mit einem Teil des damals erarbeiteten Geldes aus dem Ferienjob ging ich zur lokalen Sparkasse und wechselte ein paar Euro in 1 Dollar-Noten. Ausserdem lud ich mir aus der Wikipedia ein Bild von Dollarscheinen runter und druckte es aus. Ungefähr 400 Mal. In schwarz-weiß, das war billiger. Dazu kaufte ich mir Gummibänder.

Um dem Casinoabend noch ein anrüchgies Detil hinzuzufügen, bastelte ich Geldbündel, indem ich auf die gedruckten Dollars ein paar echte Dollar-Noten legte. Um das ganze drum herum spannte ich ein Gummiband. Und so sah es so aus, als hätten wir auf dem Casinoabend echte Geldbündel. Die echten Dollarnoten konnte ich nie ausgeben. Bis heute.

Szczecin

Am Samstag trampten wir von Berlin nach Stettin. Ich hatte ein paar Tage vorher erzählt, dass ich noch nie getrampt bin. Und als Art Geburtstagsüberraschung trampten wir dann nach Stettin. Wir informierten uns, wo man in Berlin am besten weg kommt, holten uns ein bisschen Proviant, malten Schilder - das Internet sagte uns, dass es sinnvoll ist, eins auf deutsch und eins auf polnisch dabei zu haben, also malten wir eins auf deutsch und eins auf polnisch - und gingen los.

Mir war ein bisschen mulmig zumute, weil ich mir das nicht vorstellen konnte und auch ein bisschen Angst hatte. Würden wir überhaupt weg kommen? Was für Menschen wären das, die uns mitnehmen? Spoiler: Ja und nette.

Bild vom Schild

Uns gabelte dann relativ schnell ein Ehepaar auf, das laut eigener Aussage sonst keine Anhalter mitnimmt. Sie nahmen uns bis zur letzten großen Raststätte vor der Grenze mit, da standen wir dann ungefähr eine Stunde am Ende des Rastplatzes und waren irgendwann froh, wenn uns jemand entschuldigend absagte und nicht einfach ignorierte.

Danach wechselten wir unsere Position und fanden wir dann relativ schnell die nächste Mitfahrgelegenheit: Junge Musiker_innen auf dem Weg nach Stettin.

Insgesamt dauerte die Hinreise nach Stettin knapp drei Stunden. Als wir dann ankamen, schien noch die Sonne. Wir gingen über den plac Jasne Błonia, als wir dann wenig später auf der Aleja Papieża Jana Pawła II waren, fing es an, heftig zu regngen.

Bild von der Allee mit Regenschirm

Wir gingen an der Filharmonia im. Mieczysława Karłowicza w Szczecinie vorbei zur Touristeninformation im Stettiner Schloss, organisierten uns eine Karte und liefen dann ein bisschen die rot-gestrichelte Linie. In Stettin sind die Touristen-Routen durch die Stadt gestrichelt auf den Bogen gemalt, ähnlich dem Leitsystem auf dem #bcrn15/#bcrn16. Das haben die sich bestimmt abgeschaut. Es gibt eine gelbe, eine blaue und besagte rote Route, der wir gefolgt sind.

Wir kamen unter anderem am ehemaligen Rathaus vorbei, das ganz in der Nähe des Heumarktes war, an dem wir dann zu Mittag gegessen haben.

Bild von der Hausfront vom ehemaligen Rathaus

Bild von einer Häuserfront am Marktplatz

Danach liefen wir zum Bahnhof, um uns um die Rückfahrt zu kümmern. Währenddessen kam die Sonne raus und es wurde noch richtig schön. Wir spazierten an der Oder und am neuen Rathaus vorbei und fuhren mit den letzten Złoty auf den Kirchturm der Jakobikirche.

Bild von der Hausfront vom neuen Rathaus Bild der Front der Jakobikirche Panorama vom Turm der Kirche

Es war ein schöner Tag. Ich war erleichtert, als wir da waren und fand es toll, wie wildfremde Leute Dich einfach in ihrem Auto mitnehmen, weil Du mit einem Schild am Straßenrand stehst und sie darauf vertrauen, dass Du sie nicht ermordest. Gleichzeitig vertraust Du den Leuten, bei denen Du einsteigst, dass sie Dich nicht ermorden.

Gerade in Zeiten von Terror, Angst und Angstmache - nicht zuletzt durch Politiker_innen - sollten wir öfters trampen.

Erdoğan-Witze

Während meiner Ausbildung trafen wir uns regelmässig mittwochs oder donnerstags zu einer englischen Gesprächsrunde, in der wir uns - das macht man wohl so, habe ich hinterher erfahren- auf Englisch unterhielten. S., unser damaliger Gesprächsrundenleiter, kam aus England, damals gehörte das noch zur EU.

Irgendwann diskutierten wir unter anderem über schlechten, bösen, keinen und schwarzen Humor. Er erzählte uns, dass sein Vater im KZ gestorben sei. Schweigen. Er sei besoffen vom Wachturm gefallen. Und dann diskutierten wir und diskutierten.

Humor ist eine Möglichkeit, sich mit Dingen zu beschäftigen. Ihnen dafür auch etwas von ihrem Schrecken zu nehmen. Erdoğan kann alle Menschen in der Türkei einsperren, er kann Böhmermann wegen eines Gedichts anzeigen, er kann einen Putsch mit einem Putsch mit einem Putsch beantworten. Aber er kann sich nicht dagegen wehren, dass man sich über ihn lustig macht. Außer, er lässt einfach alle verhaften.

Wir sollten ganz im Stile von Radio Jerewan eine neue Form von Witzen einführen: Die sogenannten Erdoğan-Witze. Sie sind wie folgt aufgebaut:

Erdoğan tut etwas. Er lässt einfach alle verhaften.

Beispiele?

„Erdogan verliert nicht bei ‘Mensch ärgere dich nicht’. Er lässt einfach alle verhaften.“

— Nathan (@zeitschlag), 21. Juli 2016

„Erdogan hat #PokemonGO durchgespielt. Er lässt einfach alle verhaften.“

— Nathan (@zeitschlag), 21. Juli 2016

„Erdogan lacht nicht über sich selbst. Er lässt einfach alle verhaften.“

— Nathan (@zeitschlag), 21. Juli 2016

Der Gedanke kam mir vorhin auf Twitter, wo ich schon einige schlechte Witze - hoffentlich zählen die als Witze - gerissen habe. Es war mir nur irgendwie ein Bedürfnis, dieses Thema auch nochmal im Blog zu bringen. Zumindest bis Erdogan diesen Blog in einem türkischen Gefängnis verschwinden lässt.

Pixies, ein Plan und ein Aufkleber

S. meldete mich gestern kurzfristig zum heutigen Umsonst-und-Drinnen-Konzert der Pixies im SchwuZ an. arte zeichnete auf, das Konzert wird am 21. Oktober dort zu sehen sein.

Bild der Bühne ohne Pixies Bild der Bühne mit Pixies

Ich komme bei Konzerten immer ins Grübeln. Denke nach. Über das große Ganze. Die Welt. Mein Leben. Ich dachte über Terror nach. Oder darüber, dass ich meinen Lebensunterhalt damit verdienen möchte, etwas zu bauen, was ich selbst gerne benutze. Darüber, dass ich wieder mehr bloggen möchte. Es entstand spontan der Plan, dass ich mir täglich ungefähr eine halbe Stunde Zeit fürs Bloggen nehmen möchte. Ob und was dabei rum kommt, weiß ich nicht. Ich werde es einfach probieren. Einfach trotzdem machen. Versuchen, dran zu bleiben. Dieser Blogpost ist quasi die sofortige Umsetzung des Plans.

Als wir daheim ankamen, fand ich einen Briefumschlag der Ubernauten im Briefkasten. Bei denen konnte man sich vor einiger Zeit melden, wenn man Sticker wollte. Ich wollte. Dann passierte lange nichts, weil ich nicht der Einzige war, der wollte. Sie wurden von der Vielzahl der Bestellungen ein bisschen überrollt, schrieben sie. Trotzdem nahmen sie sich die Zeit, einen kleinen, handschriftlichen Brief zu verfassen. Das finde ich super.

Seit der GPN15 beklebe ich den Deckel meines Laptops, angefangen hat's mit dem "Mit Vorratsdatenspeicherung wär' das nicht passiert!" im linken oberen Eck. Da ich den Brief der Ubernauten schlecht auf meinen Laptopdeckel kleben kann, gestellte sich jetzt stattdessen einer der mitgeschickten Aufkleber dazu.

Bild der Rückseite meines Laptops. Es sind viele Sticker zu sehen.

Barcamp Rhein-Neckar 2016 in Heidelberg

Letztes Jahr organisierten wir das #bcrn15. Und es war toll. Dann organisierten wir das #litcamp16. Und es war toll. Seit geraumer Zeit organisieren wir das #bcrn16. Und auch das wird toll.

Bild der Heidelberger Altstadt mit dem Logo des Barcamp Rhein-Neckar

Das Barcamp wird am 2. und 3. Juli in der alten Feuerwache in Heidelberg stattfinden. Im Gegensatz zum #bcrn15 wird es zweitägig, durch den Qualitätssonntag also mindestens doppelt so gut.

Wir haben uns um alles gekümmert, was das Barcamper_in-Herz begehrt: Es gibt wieder Catering, Kaffee, Getränke, Kinderbetreuung, WLAN, Wassereis und, wenn wir morgen sehen, dass wir das Geld dafür haben, Kuchen. Wir haben sogar gutes Wetter beantragt! Nur um eins können wir uns nicht kümmern: Barcamper_innen. Das müsst ihr schon selbst machen. Denkt dran: Ohne Euch wird das #bcrn16 nicht so gut, wie es mit Euch werden könnte!

Letztes Jahr waren die Tickets kostenlos, hier nochmal ein Danke an die Sponsoren und Partner vom letzten Jahr. Und auch dieses Jahr gibt es wieder kostenfreie Tickets. Deshalb hier schon mal ein Danke an die diesjährigen Sponsoren. Ohne Euch wäre das Barcamp nicht möglich!

Alle Sponsoren des #bcrn16 im Überblick

Wenn Ihr Lust auf ein Wochenende mit wunderbaren Menschen, guten Gesprächen, tollen Sessions, leckerem Essen, kurz: #bcrn16 habt, dann sichert Euch Tickets und kommt nächstes Wochenende nach Heidelberg. Alles, was Ihr sonst noch wissen müsst, steht auf unserer Website

Selbstbedienungskassen

Wir mussten gestern Abend noch einkaufen, weil wir Tapas machen wollten, was wir dann auch gemacht haben. Dafür gingen wir zum Rewe um die Ecke. Vor den Kassen hatten sich lange Schlangen gebildet, weil wir offensichtlich nicht die Einzigen waren, die an einem Freitag Abend Tapas machen wollten und dafür noch einkaufen mussten.

Seit ein paar Tagen gibt es in den Markt Selbstbedienungskassen. Der Supermarkt hatte wohl beschloßen, mal zu schauen, in wieweit sich der arbeitende Kunde noch weiter daran beteiligen möchte, den Profit zu optimieren. Also den vom Rewe.

Ich kenne Selbstbedienungskassen aus England und finde sie irgendwo ganz charmant, weil ich meine Einkäufe in meinem Tempo kassieren und einpacken kann. Dass ich damit wohl jemandem im Prinzip den Arbeitsplatz klaue, dessen bin ich mir durchaus bewusst, ich habe deswegen ein schlechtes Gewissen.

Die Selbstbedienungskasse funktioniert wie folgt: Man stellt da als Kunde die Einkäufe auf die eine Seite und zieht sie über den Barcodescanner, um sie auf der anderen Seite der Selbstbedienungskasse zu parken, um sie anschliessend alle einzupacken.

Dabei gibt es auf der linken und der rechten Seite eingebaute Waagen, mit deren Hilfe der Kunde wohl von der Idee abgebracht werden soll, Produkte, die in seinem Einkaufskorb liegen, nicht über den Barcodescanner zu ziehen und somit zu klauen. Um die Situation mal auf das Kassenband zu übertragen:

Du hast deinen Einkaufskorb und legst alle Inhalte auf das Kassenband. Dann beschließt du, dass du die Avocado lieber nicht bezahlen möchtest und nimmst sie wieder runter. Macht man das so, wenn man Avodacos klaut? Oder ist das Standardvorgehen nicht eher, dass man die Avocado einsteckt, bevor man sie auf das Kassenband legt?

Mich stören mehrere Sachen an den Selbstbedienungskassen:

  1. Mir wird unterstellt, dass ich vorhabe, einige meiner Einkäufe nicht über den Barcodescanner zu ziehen. Lieber Rewe, überwachst du auch deine Mitarbeiter_innen an der Kasse so wie mich? Wenn ich mich schon daran beteiligen soll, dass du geringere Personalkosten hast, dann vertrau mir da gefälligst auch, anstatt mich mich unter Generalverdacht zu stellen. Ich erschrecke selbst ein bisschen davon, lieber Rewe, dass ich dir da gleich schlechte Absichten unterstelle. Erzähl doch mal, was willst du eigentlich mit den Waagen bezwecken?
  2. Dadurch, dass die Waage die ganze Zeit arbeitet, kann ich meine Einkäufe nicht direkt verstauen, da die Waage ausschlägt, wenn ich meinen Rucksack auf der Waage umherschiebe, was beim Einpacken durchaus vorkommt. Der Mensch, der daneben stand und die Aufsicht über die Selbstbedienungskassen führte, wies mich dann darauf hin. So muss ich sie erst alle auf die eine Seite stellen, über den Barcodescanner ziehen, auf die andere Waage liegen. Und erst, wenn ich fertig bin, kann ich meine Einkäufe einpacken. Lieber Rewe, das ist bescheuert. Vertrau mir doch einfach mal, dass ich dich schon nicht beklaue. Und wenn, dann würde ich das garantiert nicht an der Selbstbedienungskasse machen.
  3. Lieber Rewe, warum bezahlst du mich eigentlich nicht dafür, dass ich dir helfe, mich zu bedienen? Dass ich dir einen Teil deiner Arbeit abnehme? Mein Einkauf ist dadurch nicht billiger geworden, dass ich die Selbstbedienungskasse bemühe. Du bist momentan der Einzige, der davon profitiert, dass ich Selbstbedienungskassen bemühe. Ich fände es gut, wenn du die Ersparnis, die du durch mich hast, an deine Mitarbeiter_innen, die du meinetwegen wahrscheinlich entlassen - das klingt so böse, wie heißt das bei BWLer_innen euphemistisch? Ah, einsparen! - wirst, weiterreichst und sie nachhaltig unterstützt? Oder tust du das schon? Man munkelt, dass Nachhaltigkeit dir wichtig ist.