bullshit

Re: Die Lebensmittelretter*innen

Ende März habe ich zum ersten Mal bei der Berliner Tafel geholfen. Die erste COVID—19-Welle schwappte gerade hoch — Ende März fühlt sich nach einer Ewigkeit an. Ich hatte ein paar Tage vorher beim RBB gelesen, dass bei den Tafeln in Berlin haupt­säch­lich ältere Eh­ren­amt­li­che helfen. Und weil die alle zur Ri­si­ko­grup­pe gehörten, fehlten auf einmal helfende Hände. Ich schrieb eine Email, nahm mir spontan einen halben Tag Urlaub und packte einen Montag lang Le­bens­mit­tel­tü­ten, die dann per Sprinter und Lastenrad an die Kund*innen aus­ge­lie­fert wurden.

Dann fand ich heraus, dass man samstags beim Sortieren der Le­bens­mit­tel helfen kann und seitdem weiterlesen

Beugehaft wegen TKÜ

Gerade habe ich bei Heise gelesen, dass die Staats­an­walt­schaft Hannover wegen einer un­recht­mäs­si­gen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung un­recht­mäs­sig den Chef des Email-Anbieters Tutanota in Beugehaft nehmen wollte. Die so­ge­nann­ten Freun­d*in­nen und Hel­fer*in­nen klingelten dann — un­recht­mäs­sig — bei dem Menschen.

Mich be­ein­druckt, dass die Staats­an­walt­schaft das wohl auf Biegen und Brechen durch­set­zen wollte, dass das Land­ge­richt das dann wieder kassierte, aber vor allem, dass die Firma sich so vehement dagegen wehrte, wahr­schein­lich nicht nur aus purem Eigennutz. Es ist nicht alles schlecht.

Barcamp Rhein-Neckar 2020

Letztens hatte ich einen richtigen „No shit, Sherlock“-Gedanken. Er lautete: „Bei Remote-Kon­fe­ren­zen ist es egal, wo ich mich befinde. Wie gut!“ No shit, Sherlock!

Am 19.09. und 20.09.2020 steht das mit dem Barcamp Rhein-Neckar nach UIKonf und Li­te­ra­tur­camp die nächste Remote-Ver­an­stal­tung auf dem Programm. Ir­gend­je­mand hat der RNZ ein­ge­flüs­tert, dass das Barcamp-Format auch als „Wohl­fühl­kon­fe­ren­z“ bekannt ist. Aber zumindest für das #BCRN20 traf es bisher immer zu: Klein, fein, ruhig, entspannt, gemütlich.

Tickets gibt's ab 0 Euro, wer mehr bezahlen kann oder möchte, kann sich auch ein T-Shirt klicken. Weil das Dezernat 16 dieses Jahr als Ver­an­stal­tungs­ort corona-bedingt eher aus­schei­det, läuft das weiterlesen

24 Stunden Zeitungsalltag

Ende des Jahres sind es fünf Jahre, seit ich von Heidelberg nach Berlin gezogen bin. Und trotzdem fahre ich re­gel­mäs­sig dahin zurück, zu Freun­d*in­nen, Familie, Barcamps. Die restliche Zeit lese ich den RSS-Feed der Rhein-Neckar-Zeitung und schaue ge­le­gent­lich Beiträge vom Rhein-Neckar-Fernsehen. So wirklich loslassen kann — und will — ich nicht.

Die RNZ feierte gestern ihren fünf­und­sieb­zigs­ten Geburtstag — alles Gute nach­träg­lich. Dazu gab es eine Reihe von Artikeln und auch ein kurzes Youtube-Video, wie so eine Zeitung eigentlich entsteht und was in vier­und­zwan­zig Stunden alles so passiert. Inklusive Redaktion, Facebook-Beiträgen, Corona-Konferenz mit einem Whiteboard als Tablet-Halterung, Druck­ma­schi­nen und Zei­tungs­zu­stel­ler*in­nen. Ob weiterlesen

Unvorstellbar

Die Ladebuchse von meinem Handy ist kaputt. Also so halb: Laden klappt noch, aber Daten übertragen nicht mehr. Und weil ich ein guter, grüner Kapitalist und auch sonst vollkommen wi­der­spruchs­frei bin, habe ich das Handy vorhin in den Han­dy­re­pa­ra­tur­la­den um die Ecke gebracht. Dass ich selbst zu faul, zu ungeduldig und zu in­kom­pe­tent bin, die Buchse selbst zu tauschen, ist natürlich ein weiterer Grund.

Die Reparatur dauert rund vier Stunden — drei sind schon um — und so habe ich mich im Prenzlauer Berg in ein Café gesetzt, atme Autoabgase ein, lese, trinke Tee, blogge, gehe spazieren. Es lohnt sich ja weiterlesen

neues deutschland, alte app

Vor einigen Tagen war es mal wieder soweit: Ich lachte mir ein neues Zei­tungs­pro­be­abo an, dieses Mal war es vom neuen deutsch­land. Manchmal mag ich Papier doch noch ganz gerne, da tauchen so selten Push-No­ti­fi­ca­ti­ons und andere Ab­len­kun­gen auf und man kann es so gut falten. Aber sonst weiß ich durchaus auch die Vorzüge eines Tablets — mit einer ent­spre­chen­den App — zu schätzen. Was für ein Zufall, dass das nd mit dem Kombi-Mini-Abo ein ent­spre­chen­des Probeabo im Angebot hat, da konnte ich dann doch nicht mehr wi­der­ste­hen.

Ich holte mir die App, meldete mich mit meinem Be­nut­zer­kon­to an und lud weiterlesen

Oder kann man es lassen?

Wäre es eine Frage, wäre die Antwort nein. Aber es ist keine Frage. Es ist in diesem Fall einfach nur Egoismus. Es geht um die Mund-Nase-Bedeckung, vulgo: Maske. Also eigentlich geht es genau nicht um die Maske.

Wir leben immer noch inmitten einer Pandemie. Und nur, weil wir sie in Deutsch­land für westliche Ver­hält­nis­se relativ gut in den Griff bekommen haben, heisst das nicht, dass es sie nicht mehr gibt, dass sie vorbei ist, dass wir nicht betroffen sind. Und: Es gibt (noch) keinen Impfstoff.

Bekannt ist: Ich bin in den Tagen vor den ersten Symptomen besonders infektiös. Bekannt ist auch: Eine weiterlesen

The Old Guard

Heute habe ich meine Steu­er­er­klä­rung gemacht — oder gegessen und dabei über den Tag verteilt „The Old Guard“ geschaut. Jetzt könnte ich natürlich entweder endlich meine Steu­er­er­klä­rung abschicken und mir ein Kalt­ge­tränk vom Späti holen — oder blogge ich noch ein, zwei Worte.

Die Story des Films ist relativ schnell erzählt: Mehrere mehr oder weniger un­sterb­li­che und dem ent­spre­chend alte Su­per­hel­d*in­nen um Andy ballern sich durch die Gegend. Und dann ist da noch dieser un­sym­pa­thi­sche Typ, der eigentlich mit seiner Firma die Welt retten will — für den guten Zweck sind die Mittel natürlich aber nicht an­satz­wei­se fragwürdig, sondern komplett irrelevant.

Kurz: weiterlesen

Midsommar

Wir gehen in den Grunewald, ein Ausflug. Ich weiß nicht mehr, ob Ende oder Anfang eines Jahres, es ist kalt. Hinterher gehen wir in ein kleines, ge­müt­li­ches Café im Prenzlauer Berg. Meine Bril­len­glä­ser beschlagen, es gibt Kuchen. Irgendwas mit Kirschen oder Himbeeren oder ist ja auch egal.

Ab sofort jeden Sonntag in den Grundwald gehen sagen und es auch so meinen, sagst du. Ab sofort jeden Sonntag in den Grunewald gehen sagen und es auch so meinen, poste ich auf Instagram. Damals hatte ich noch Instagram. Genau genommen auch nur dei­net­we­gen. Ab sofort jeden Sonntag hält genau einen Sonntag lang. Ich weiterlesen

Werbungwerbung

Ich laufe durch die jetzt nicht mehr ganz so leeren Straßen, mal schneller, mal langsamer.

Die Menschen sitzen wieder in Re­stau­rants und selbst manche Politiker:innen entdecken den Menschen in sich, was noch lange nicht heißt, dass sie anderen Mensch­lich­keit und Würde ent­ge­gen­brin­gen oder ihnen zugestehen. Hof­fent­lich hat CL sein Schnitzel geschmeckt.

Viele Lit­faß­säu­len, viele Pla­kat­wän­de machen Werbung für Werbung auf Lit­faß­säu­len, auf Pla­kat­wän­den. Das macht die wohl kommende Rezession auf eine seltsame Weise noch sichtbarer. In Zeiten wie diesen ist nicht nur für das böse Internet spürbar, dass Un­ter­neh­men si­gni­fi­kant weniger Geld für Werbung ausgeben. Lit­faß­säu­lenbetreiberunternehmen, In­ter­net­gi­gan­ten, Lo­kal­zei­tun­gen, denen die Kundschaft wegstirbt weiterlesen

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